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BFS - Bundesverband Filmschnitt Editor e.V.

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Aktuelle Meldungen und Termine vom BFS
Aktualisiert: vor 1 Stunde 56 Minuten

Stellungnahme des BFS zum Einbehalten der Gage, während eines laufenden Statusfeststellungsverfahrens

Di, 2017-03-14 16:47

Die Tätigkeit des Filmeditors ist ein künstlerischer Beruf, der eine Miturheberschaft am audiovisuellen Werk begründet

Die urheberrechtliche Relevanz der kreativen Arbeit der Editoren wird weltweit anerkannt und in der Branche durch die Kategorie „Schnitt“ bei allen großen Auszeichnungen dokumentiert. Es werden national (”Deutscher Filmpreis”, „Deutscher Fernsehpreis“,“Deutscher Kamerapreis“), auf europäischer Ebene („European Film Award“, BAFTA Award for Best Editing ) und mit den Academy Awards, Jury Award Sundance Festival, um nur einige Preise zu nennen, gewissermaßen auch global Filmpreise für diese künstlerische Leistung vergeben. 

Der Editor hat eine komplexe, eigenständige, programmgestaltende Tätigkeit innerhalb der Film- und Fernsehbranche. Dies umschließt alle Medienbereiche wie z.B. Spielfilm, Werbefilm, Dokumentarfilm, Webfilm, Magazinbeiträge, Reportagen, Musikvideos u.a.

 

Die meisten in Deutschland tätigen Editoren sind nicht fest bei Fernsehsendern oder Produktionen angestellt, sondern arbeiten projektbezogen für bestimmte Produktionsfirmen.

Ob ihre  Tätigkeit in der steuerrechtlichen und sozialversicherungsmäßigen Position eines Selbständigen oder in der Position eines ”auf Produktionsdauer abhängig Beschäftigten” erfolgen soll – darüber streiten sich die Gemüter. 

 

Nach den Richtlinien der Deutschen Rentenversicherung Bund ist die Entscheidung hierüber eine Einzelfallentscheidung, so dass jeder Editor gezwungen wird, für jedes einzelne Projekt, an dem er arbeitet, auch einen entsprechenden Antrag auf Feststellung seines Status zu stellen, wenn die Produktionsfirma es von ihm fordert.

Die Produktionsfirmen tun dies, um Rechtssicherheit in punkto Sozialversicherungsstatus zu erlangen. Obwohl dem BFS keine Gerichtsurteile bekannt sind, in denen die Programmgestaltung des Filmeditors nicht anerkannt wurde, behalten sich immer mehr Produktionsfirmen vor, zwischen 20 bis 60% der Gage, immer ausgehend von den Arbeitgeberanteilen, mindestens bis zu dem Zeitpunkt, wo eine Behörden-Entscheidung vorliegt, einzubehalten. Diese ”Rückstellungen” werden den Auftragnehmern  - den Filmeditoren - zumeist in die Verträge hineingeschrieben.

Dieses immer stärker um sich greifende Gebaren der Film-/ TV-Produktionsfirmen ist aus Sicht des BFS für die selbständig arbeitenden Editoren untragbar.

Endlich muss zu einem sinnvollen Verfahren übergegangen werden, das ein  künstlerisches und zugleich existenzsicherndes freiberufliches Wirken der Filmeditoren ermöglicht! Dazu könnte aus unserer Sicht ein vereinfachtes Verfahren beitragen, in dem eine Mitgliedschaft in der KSK (oder eine nachweisbare private Absicherung) zum Kriterium für eine selbständige Tätigkeit wird. 

 

Denkbar ist auch, die Mitgliedschaft in einem Berufsverband als Kriterium zu nehmen, denn hier wird durchgehend von Filmeditoren auszugehen sein, die eine künstlerisch-selbständige Tätigkeit ausführen.

ungeSCHNITTen am 9.03.2017 im Kino der dffb Berlin, Moderation Anne Fabini und Julia Oehring

Mo, 2017-03-13 16:47
Unter dem Titel „Im Schnitt: SEHR GUT!“

begaben wir uns diesmal auf die Suche nach Beurteilungskriterien für den Filmschnitt.

Mit unseren Gästen Olla Höf, Hansjörg Weißbrich und Gesa Jäger haben wir darüber diskutiert, wie wir unsere eigene und die Arbeit unserer Kolleg*innen wahrnehmen und beurteilen. Am Ende des Gespräches standen viele interessante Gedanken zur Montage und die Erkenntnis, dass es in der Frage nach der Beurteilung von Montage nur Annäherungen geben kann. Sich über Montage Gedanken zu machen und darüber auszutauschen ist ein ständiger und sehr bewegender Prozeß, der für uns sehr wertvoll ist und über den wir uns mitteilen.

FOKUS FILMSCHNITT an der Filmakademie Ludwigsburg

Mi, 2017-03-01 18:14
Am 24. Februar fand an der Filmakademie Ludwigsburg der Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe des BFS in Kooperation mit der Filmakademie statt. Unter dem Titel FOKUS FILMSCHNITT stellen hier BFS-Mitglieder im Caligari-Kino aktuelle Filmwerke vor. Im Anschluss folgt ein moderiertes Publikumsgespräch. Am Nachmittag geben die geladenen Filmeditoren dann Einblicke in ihre Montagearbeit, es können Rohschnitte, alternative Fassungen und Herangehensweisen besprochen werden. Die Seminar-Veranstaltung ist Bestandteil des Studienplans und richtet sich in erster Linie an Schnittstudenten der Filmakademie und BFS-Mitglieder, ist aber offen für alle Interessierten. Die Filmgespräche werden moderiert von Ronald Scharf (BFS) und Sascha Seidel (BFS).

Bei der Auftaktveranstaltung gab Filmeditor Kaya Inan Einblick in seine preisgekrönte Montagearbeit zu ABOVE AND BELOW (u.a. Filmplus Schnittpreis und Schweizer Filmpreis). Im Filmgespräch gab er Auskunft über seine Arbeitsweise im 11-monatigen Montageprozess, die speziell bei dieser Produktion des öfteren zu unkonventionellen Schnittentscheidungen führte. Kaya ermutigte die Teilnehmer dazu, auf ihre Intuition zu vertrauen und bei jedem Projekt eine angemessene Schnittzeit zu verhandeln.
Neben Montage-Studenten des zweiten, dritten und vierten Jahrgangs besuchten das Seminar auch einige BFS-Mitglieder, interessierte Alumni sowie Mitarbeiter der Filmakademie. Wir hoffen auf weitere spannende Vorträge und damit eine verstärkte Sichtbarkeit des BFS.

Heidrun Schweitzer über FÜNF STERNE

Mi, 2017-02-22 11:29
Ab sofort stellen BFS-Mitglieder hier ihre aktuellen Projekte vor. Den Anfang macht Heidrun Schweitzer mit ihrem Film FÜNF STERNE, der gerade auf der Berlinale zu sehen war und im Mai 2017 in die Kinos kommt. 1. Welche Szene in FÜNF STERNE findest du am stärksten? Es gibt einige starke Szenen. Und da sie so unterschiedlich sind, in ihren Qualitäten, kann ich mich kaum für eine entscheiden. Aber ich finde eine Szene besonders witzig. Sie wurde im Schneideraum unter dem Titel "Frida Kahlo“ gehandelt, und wer den Film gesehen hat, weiß sofort wovon ich rede. Es ist ein herrlicher Schlagabtausch zwischen Annekatrin Hendel, der Regisseurin, und Ines Rastig, ihrer besten Freundin und Protagonistin. Ich muss IMMER lachen - ganz gleich, wie oft ich diese Passage schon gesehen und überarbeitet habe. 2. Welche Szene hat Dich am meisten Arbeit gekostet? Am meisten Arbeit hat mich gekostet, dass es im Rohmaterial zunächst wenig klar erkennbare Szenen gab. Zwei Freundinnen, die vier Wochen in einem Hotelzimmer verbringen: da entsteht eher so eine Art Alltag. Es wird viel geredet und nebenbei finden viele kleine Aktionen statt. Wir haben die klar erkennbaren Szenen geschnitten und in eine Abfolge gebracht. Das hat aber nicht funktioniert - es war irgendwie hölzern und hat beim Sichten wenig Spaß gemacht.
Dann gab’s eine Planänderung und ich habe 'Tage' geschnitten. Also die Drehtage extrem verdichtet. Das war Arbeit, aber die Lösung. Kleinigkeiten, die keine 'Szene' wert schienen, waren drin. Wie hier mal eine Flasche Wein öffnen, da eine Zigarette auf dem Balkon, ein schöner Song über Youtube oder rumhängen und Chips essen. Und plötzlich war alles viel lebendiger und wir hatten Spielmasse. Und von dort aus haben wir dann Strukturarbeit gemacht, die immer kleinteiliger wurde. 3. Der Film ist eine Art dokumentarisches Kammerspiel. Hat das den Montageprozess erschwert? Dass der Film konsequent im Hotelzimmer bleibt, haben wir in der Montage sogar noch forciert. Das war also kein Problem - im Gegenteil. Wir mussten nur darauf achten, ‚Echoraum’zu schaffen - also die kleinen Pausen, die man als Zuschauer braucht, um kurz Luft zu schnappen und das, was man gesehen hat, gedanklich weiterzuführen.
Etwas kniffliger waren die Schnittstellen. Gute Schnittbilder kann man in einem Hotelzimmer an einer Hand abzählen. Da musste ich viel probieren und ab und zu auch etwas gröber holzen. Aber eigentlich passt ein kantiger Schnitt ganz gut zu diesem Film. 4. Was war besonders an der Zusammenarbeit mit der Regisseurin? Annekatrin ist klar und unerschrocken. Da macht es Spaß, beherzt Entscheidungen zu treffen. Und obwohl der Film für Annekatrin in emotionaler Hinsicht nicht leicht war, haben wir wirklich viel gelacht. Selbst dann, wenn wir in Not waren, weil Sachen nicht funktioniert haben. 5. Und warum sollte man sich den Film unbedingt im Kino ansehen? Ich möchte niemanden zu einem Film überreden. Was ich aber vielleicht sagen kann: FÜNF STERNE dreht sich um Ines, eine Frau mit Galgenhumor, in akuter Lebenskrise. Und für diese Krise gibt es nicht nur einen Grund, die Probleme häufen sich. Dadurch ist der Film reich an existenziellen Themen. Das ist mir auch bei der Sichtung mit Freunden aufgefallen: jeden hat etwas anderes berührt. Und jeder hat einen etwas anderen Film gesehen. Somit sind also die Chancen gut, dass der Film einen auf irgendeine Art greift.

Preis der Deutschen Filmkritik

Di, 2017-02-21 12:39
Unsere Kollegin Heike Parplies hat den diesjährigen Preis der Deutschen Filmkritik, in der Kategorie Schnitt, für Ihre Arbeit zu "Toni Erdmann" gewonnen. Wir gratulieren ihr sehr herzlich dazu!

Rabatte für Workshops und Masterclasses an der BAF

Do, 2017-02-16 14:56
BFS Mitglieder erhalten 25% Rabatt auf alle Workshops und Masterclasses des BAF.
Bei der allerersten Buchung bekommt man eine Gutschrift von 100 Euro, in dem Fall aber ohne den Rabatt von 25%.
Die Liste des Angebotes findet man hier: https://www.fernsehakademie.de/workshops/

Im oberen Teil der Webseite stehen die Workshops, weiter unten sind die Masterclasses zu sehen.  Bitte bei der Anmeldung darauf achten, immer eure URL von eurem Profil auf der Webseite mitzuschicken.  Dadurch weiß die Bayrische Filmakademie, dass ihr Mitglied im BFS seid!

Jour Fixe 6.2.2017 Berlin

Mi, 2017-02-08 12:43
Am 6.2.2017 fand in Berlin der Jour Fixe zum Thema Gagen statt.
Rund 30 Kollegen fanden sich in der Zunftwirtschaft ein und diskutierten angeregt, wie es um die aktuelle Gagensituation unter den Editoren bestellt ist. Wo stehen wir und wo wollen wir hin? Was können wir gemeinsam tun, um unsere Situation zu verändern? Wir danken allen Teilnehmern für ihre Offenheit und die konstruktiven Diskussionsbeiträge. Es war ein sehr inspirierender Abend und wir werden Eure Anregungen in unsere weitere Arbeit einfließen lassen.

Ich danke Euch sehr! 
Julia

Vorteile für BFS-Mitglieder

Fr, 2017-02-03 17:23
Was bringt DIR eine Mitgliedschaft im BFS?
  • Der BFS bietet ein Netzwerk von Kolleginnen und Kollegen, mit denen Du Dich in einem geschützten Raum über technische, kreative Fragen, Gagen, Verträge oder Ideen austauschen kannst.
  • Über das interne Email-Forum des BFS erhältst Du zu allen technischen, wirtschaftlichen und allen anderen berufsspezifischen Fragen in kürzester Zeit Expertentipps = für jedes Problem gibt es eine Lösung.
  • In Hamburg, Berlin, Köln und München kümmern sich regionale Ansprechpartner um die Belange der Editoren und Schnittassistenten. Sie organisieren regelmäßig Jour Fixes und Stammtische, zu denen Du jederzeit herzlich eingeladen bist.
  • Der BFS lädt Dich ebenfalls ein, in Werkstattgesprächen über unsere Arbeit als Editoren zu sprechen und bietet Raum für Diskussionen.
Unsere neuen Mitgliederservices! DER BFS bietet seinen Mitgliedern über das Netzwerk und den fachlichen Austausch hinaus folgende exklusive Leistungen:
  • Persönliche Beratung bei Gagen- und Vertragsfragen
  • Zugang zu Rahmenverträgen des BFS mit Rechtsanwälten
  • Checkliste für Dienst- und Werkverträge
  • Spezifische AGBs
  • Webseite mit Steckbriefen aller Mitglieder, detaillierten Suchfunktionen und Liste der verfügbaren Editoren für potenzielle Auftraggeber
  • Regelmäßig erscheinender Editors Guide mit einem Verteiler an die deutschen Produzenten und Postproduktionshäuser
  • Schlichtungsstelle für Streitigkeiten mit Produzenten
  • Inanspruchnahme der ver.di-Mitgliederservices
  • Erleichterte Zugänge zur KSK, Pensionskasse Rundfunk
  • Vergünstigte Presseausweise für journalistisch tätige Editoren
  • 20%ige Rabatte auf die Software des BFS-Kooperationspartners AVID
  • Vergünstigungen bei diversen Veranstaltungen, wie BFS-Zugangscodes zur Berlinale, Sonderkonditionen bei der Soundtrack Cologne, Changing the picture und weiteren relevanten Events.
  • Seminare und Fortbildungen zu technischen Neuerungen, Altersvorsorgen,
  • Verhandlungs- und Schlichtungstechniken Techniken und viele weitere berufsspezifische Herausforderungen
  • Und als Begrüßungsgeschenk für jedes neue Mitglied: „Wir Kreative! Das Selbstverständnis einer Branche“ von Lisa Basten

Es ist soweit: am 9. Februar 2017 startet die 67. Berlinale!

Fr, 2017-02-03 17:22
Ab dem 9. Februar reisen Filmschaffende und Künstler aus aller Welt zu einem der wichtigsten Events der internationalen Filmindustrie nach Berlin an: über 335.000 verkaufte Eintrittskarten, 20.000 Fachbesucher aus 122 Ländern, darunter gut 3.800 Journalisten: Kunst, Glamour, Party und Geschäft sind bei der Berlinale untrennbar miteinander verbunden. Die Goldenen und Silbernen Bären werden bei der Berlinale 2017 erneut von einer hochkarätigen Internationalen Jury vergeben. Den Vorsitz der Internationalen Jury übernimmt Regisseur und Drehbuchautor Paul Verhoeven, die weiteren Jurymitglieder sind die Produzentin Dora Bouchoucha Fourati (Tunesien), der Künstler Olafur Eliasson (Island), die Schauspielerin Maggie Gyllenhaal (USA), die Schauspielerin Julia Jentsch (Deutschland), der Schauspieler und Regisseur Diego Luna (Mexiko) und der Regisseur und Drehbuchautor Wang Quan'an (Volksrepublik China). Insgesamt 18 Filme gehen im Wettbewerb ins Bärenrennen. Die Preisträger werden am 18. Februar 2017 im Berlinale Palast verkündet.
Berlinale Programm

Deutscher Fernsehpreis 2017

Fr, 2017-02-03 11:43
Am Donnerstagabend wurde in Düsseldorf der von ARD, RTL, Sat.1 und ZDF gestiftete Deutsche Fernsehpreis verliehen.
Wir gratulieren unserer Kollegin und BFS Mitglied Claudia Wolscht ganz herzlich zur Auszeichung für den Besten Schnitt für Zielfahnder – Flucht in die Karpaten.
Claudia Wolscht für Zielfahnder – Flucht in die Karpaten
(ARD/WDR/ARD Degeto/Wiedemann & Berg)

Wir Editoren brauchen Dich!

Mi, 2017-02-01 12:50
Erstmals in der 30-jährigen Geschichte des Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. (BFS) haben wir die Möglichkeit, von den TV-Sendern und Produzenten aktiv mehr Geld und mehr Wertschätzung zu fordern. Erstmals können wir als BFS eigene Verhandlungen für gemeinsame Vergütungsregeln und Erlösbeteiligungen aufnehmen.
Wir sind bereit! Aber Du fehlst!
 
Der BFS braucht mehr Mitglieder, um sich gegenüber den Sendern und Produzenten besser behaupten zu können.
Es gibt über 1200 aktive Editorinnen und Editoren in Deutschland. Der BFS hat aktuell knapp 400 Mitglieder.
 
Wir brauchen alle Editoren an unser Seite, um zu fordern, was die Drehbuchautoren, Regisseure und seit kurzem auch die Kameraleute schon erreicht haben:
  • eine Erfolgsbeteiligung bei der Ausstrahlung Eurer Produktionen – und das auch bei Internetklicks und bei der Auswertung auf DVD oder Blu-ray,
  • eine Beteiligung an den Vertriebserlösen,
  • und das jeweils rückwirkend seit 2002!
Daher unser Appell an Euch: Gestalte Deine Zukunft als Editor gemeinsam mit uns – werde Mitglied im BFS! Dein Engagement kann das Zünglein an der Waage sein, das allen Editoren zu mehr Anerkennung verhilft. Der Vorstand des Bundesverbandes Filmschnitt Editor e.V. Alexander Berner
Sandra Brandl
Florentine Bruck
Stefan Essl
Dietmar Kraus
Julia Oehring
Claus Wehlisch Hier findest du eine Liste der zahlreichen Vorteile und Vergünstigungen als BFS-Mitglied.

„Wir Kreative! Das Selbstverständnis einer Branche“ von Lisa Basten als Begrüßungsgeschenk des BFS für jedes neue Mitglied!

Mi, 2017-02-01 12:34
"Kreatives Arbeiten bedeutet für viele eine wirtschaftlich prekäre Existenz“, so Lisa Basten. „Ich bin überzeugt, dass sich das ändern ließe: mit einer stärkeren, auch solidarischeren Verantwortung für das individuelle wirtschaftliche Handeln. Das ist nur mit kollektiven Organisationen wie etwa dem BFS möglich. Und mit mehr Wissen für mehr Kreative. Deshalb habe ich mein Buch geschrieben. Dass der BFS sich entschieden hat, „Wir Kreative!“ an seine Neumitglieder zu verschicken ist für mich deshalb ein Riesenerfolg." Silke Spahr freut sich sehr, den neuen BFS-Mitgliedern mit diesem Insider-Buch einen aktuellen Überblick über die TV- und Filmbranche geben zu können und erhofft sich von der zunehmenden Aufklärung auch neue Impulse für die Verbandsarbeit. Mehr über das neue Buch von Lisa Basten und über die Autorin erfahrt Ihr unter http://gutearbeit.org/  oder in dem Kress Interview „Krise der Kreativen: ARD und ZDF werden ihrer Verantwortung nicht gerecht“ https://kress.de/news/detail/beitrag/135990-krise-der-kreativen-ard-und-zdf-werden-ihrer-verantwortung-nicht-gerecht.html

Die Nominierten des FairFilm®Award 2017 stehen fest!

Do, 2017-01-26 14:54
Am 11. Februar 2017 werden im Rahmen der Berlinale von dem Verband der Filmschaffenden erneut die fairsten Produktionen des Jahres 2016 ausgezeichnet. Nominiert sind: „High Society“ von Hellinger / Doll Filmproduktion GmbH Polizeiruf 110 – Nachtdienst von die film gmbh Polizeiruf 110 - Einer für alle, alle für Rostock von filmpool fiction GmbH Ermittelt wurden die fairsten Produktionen durch eine Befragung des Onlineportals crew-united. Die gesamte Liste der Vorauswahl findest Du unter
https://www.crew-united.com/survey/Auswertung_FairFilmAward_2016.htm (FairFilm® ist eine eingetragene Marke von fairTV e.V.)

DEMOCRACY – Im Rausch der Daten

Di, 2016-12-13 13:04
Am Donnerstag, den 24.11.2016  fand in der dffb Berlin wieder ein Werkstattgespräch der Reihe ungeSCHNITTen statt. 
Die Filmeditorin Catrin Vogt war mit dem Dokumentarfilm DEMOCRACY-­IM RAUSCH DER DATEN zu Gast. 
Ein langer Schnittprozess von mehr als einem Jahr erforderte die intensive Kooperation zwischen Regie und Schnitt um sich den hohen inhaltlichen Anforderungen einer Dokumentation über ein Gesetzgebungsverfahren der EU zu stellen. Catrin Vogt fasste in dem von Anne Fabini moderierten Gespräch  eindrücklich zusammen, wie sehr sie mit dem Material kämpfte, das nahezu ausschließlich aus parlamentarischen Sitzungen und Debatten bestand und denen sie aufgrund ihrer juristischen Spezifikation inhaltlich manchmal nur schwer folgen konnte. Ohne eine entsprechend vertiefende Kenntnis über die parlamentarischen Vorgänge in einem derartig komplizierten Gesetzesentwurfsverfahren zu haben, war sie allerdings auch sehr nah am Eindruck des ersten Zuschauers, was in der gemeinsamen Montagearbeit mit einem tief in die Thematik eingearbeiteten Regisseur durchaus von Vorteil war.  Der Abend mit Catrin Vogt vermittelte eine Vorstellung davon, was für eine enorme Ausdauer und Freude an Auseinandersetzung sich hinter dieser beeindruckenden Montagearbeit verbirgt, die so klug den dramaturgischen und rhythmischen Bogen spannt und es dabei auch noch vermag poetisch und emotional zu erzählen.

Synergietage für Filmschaffende: Voller Erfolg

Di, 2016-12-13 11:37
Ziel der Veranstaltung war es, ihre politischen Kernthemen gemeinsam weiterzuentwickeln, ihre Ressourcen künftig noch intensiver zu bündeln und ihre Arbeit weiter zu professionalisieren. Dafür trafen sich Vertreter der Gewerkschaftsverbände für Filmschaffende. Während der beiden Tage wurden Themen wie die Stärkung von Institutionen, wie der Künstlersozialkasse und der Pensionskasse Rundfunk oder Arbeitssicherheit angesprochen. Die mangelnden Möglichkeiten der Altersvorsorge standen auch im Mittelpunkt einiger Diskussionen. So soll als erster Schritt eine einheitliche Aktualisierung der Berufsbilder, eingeführt werden, die den Institutionen vor Augen führt, wie stark sich der Berufsalltag der TV- und Filmschaffenden im Zuge der Digitalisierung verändert hat. Die Synergietage sollen nun vierteljährlich stattfinden. „Wir möchten unsere Mitglieder dabei unterstützen, sich künftig noch selbstbewusster zu positionieren und erfolgreich als Unternehmer zu agieren, unternehmerischer zu handeln“, bekräftigt die Geschäftsführerin des BFS, Silke Spahr. „Wir hoffen, dass die ersten Synergietage einen Auftakt für eine neue, übergreifende Solidarität und Handlungsfähigkeit bilden“. „Wir halten es für politisch wichtig, komplexe, für unsere Branche überlebenswichtige Themen wie Honorarfragen, Alterssicherung und Sozialstatus gewerkeübergreifend zu denken.“, so Frank Trautmann, Vostandsvorsitzender BVFK.

Gespräch mit Andrew Bird

Fr, 2016-12-02 19:10
In Hamburg ist der erste Schnee gefallen, und ich mache mich auf zu einem Gespräch mit Andrew Bird, über „Tschick“, seine langjährige Zusammenarbeit mit Fatih Akin, und über einige Fragen, die uns Editoren umtreibt.
Andrew , in London geboren und seit Ende der 1970er Jahre in Hamburg ansässig, ist einer der profiliertesten Filmeditoren Deutschlands.
Er wurde mit etlichen Preisen für sein Schaffen ausgezeichnet, u.a. 2008 mit dem Deutschen Filmpreis für „Auf der anderen Seite“.
Andrew schneidet derzeit den neuen Film von Fatih Akin, „Aus dem Nichts“ mit Diane Krüger. Erst einmal eine ganz allgemein Frage: Wie bist Du zum Filmschnitt gekommen? Ich hatte nie das Geld um auf eine Filmschule zu gehen. Ich habe angefangen, Super 8 Filme zuhause zu machen und das Schneiden hat mir eigentlich am meisten Spaß gemacht. Das war ja noch alles mit dem Klebeband und die Vertonung mit dem Finger auf dem Cassettenrecorder. Jedenfalls habe ich gedacht, das wäre etwas, was mich längerfristig interessieren könnte.
Durch Zufall habe ich Magdolna Rokob kennengelernt und habe sie gefragt, ob sie mich als Assistent nimmt und ausbildet.
Sie hat dann ein bisschen überlegt, und gesagt, sie wäre eine sehr strenge Lehrmeisterin, und ob ich mir das dann immer noch vorstellen könnte, worauf ich bejahte.
So habe ich ihr bei einigen Studentenfilmen assistiert, dann bei einem Spielfilm von Lars Becker, „Schattenboxer“, bei dem ich auch Script und Continuity gemacht habe, was ich auch als super Ausbildung für den Editoren Beruf empfand.
Außerdem hatte ich vorher als Übersetzer gearbeitet und kannte viele Leute aus der Filmbranche, und dann hat es auch nicht lange gedauert, bis ich meinen ersten Film schneiden konnte. Dann kam es ja auch bald zu der Begegnung mit Fatih Akin, mit dem Du seit 1996 zusammenarbeitest. Ihr habt zusammen deutsche Filmgeschichte geschrieben (Andrew wirft ein, dass das ja auch weitergehen soll!), wie kann man sich Eure Zusammenarbeit vorstellen? Denn auch nach 20 Jahren gibt es sicher noch Konflikte und Reibungsflächen. Es ist natürlich so, dass wir uns nach 20 Jahren sehr gut kennen. Das hat sehr viele Vorteile für die Arbeit im Schneideraum. Wir müssen nicht mehr um ein Vertrauensverhältnis kämpfen, da wir uns ja seit seinem ersten Kurzfilm kennen. Sehr viel, was ich im Schneideraum über das Schneiden gelernt habe, kommt durch Fatih. Wir lernen gemeinsam bei jedem Film, worum wir uns auch sehr bemühen, denn es liegt auch eine Gefahr in einer so langen Zusammenarbeit, dass man sich nämlich immer im gleichen Fahrwasser bewegt. Wir versuchen beide sehr darauf aufzupassen, nicht immer die gleichen Lösungen zu finden, wie im Film davor.
Außerdem macht es mit Fatih wirklich irrsinnig viel Spaß!
Ich fange parallel zum Drehen zu schneiden an, wenn es geht, mustern wir gemeinsam aus und haben dadurch schon eine ausführliche Kommunikation über das Material, und darüber, was wir im Material für Möglichkeiten sehen. Das geht leider nicht bei jedem Film, denn wenn Fatih im Ausland dreht, wie bei „The Cut“, mustern wir unabhängig voneinander aus. Aber im Großen und Ganzen suchen wir schon die gleichen Takes aus. Ich habe dann kurz nach Drehende eine erste Fassung. Der erste Rohschnitt, den Fatih dann sieht, ist extrem roh. Das ist auch das erste Mal, das ich mir den kompletten Film angucke. Es ist immer eine sehr lange Version, weil tendentiell alles drin ist, was im Drehbuch steht. Es geht uns bei dieser ersten Fassung primär um Struktur.
Funktioniert die Struktur, die Fatih sich im Buch ausgedacht hat? Dann fangen wir an, Szenen rauszuschmeißen, oder z.B. etwas umzustellen.Es ist mit Fatih sehr einfach so vorzugehen, denn er ist ein sehr selbstkritischer Regisseur. Es kommt häufiger vor, dass ich ihn überreden muss, Sachen drin zu lassen, die er rausgeschnitten hätte. Es gibt zwischen uns beiden überhaupt keine Scheu, zu sagen „das finde ich doof, was hast Du Dir dabei gedacht“, dazu kennen wir uns zu lange. „Tschick“ ist der erste Film von Fatih Akin, der auf einer Romanvorlage basiert. Gab es mit dem adaptierten Drehbuch einen Unterschied zu Eurer sonstigen Arbeit, gerade im Bezug auf die von Dir angesprochene Strukturfindung, die ja durch den Roman vorgegeben ist? Bei „Tschick“ fand die meiste Diskussion auf der Buchebene statt. Es war schon so, dass wir uns gefragt haben, ob die Struktur des Buches auch für den Film funktioniert, ob z. B. der Unfall mit dem Schweinelaster auch im Film am Anfang kommen soll, so wie im Buch. Die Struktur wurde dann vom Roman weitestgehend übernommen. Es gibt bei „Tschick“ eine interessante Parallele zu einem anderen deutschen Filmklassiker, nämlich „Nordsee ist Mordsee“. Hark Bohm war künstlerischer Mitarbeiter am Drehbuch zu „Tschick“. Sein Film „Nordsee ist Mordsee“ ist auch eine Coming - Of- Age Geschichte, zwei Jungen auf der Suche nach Freiheit. Auch die jugendlichen Hauptdarsteller in beiden Filmen ähneln sich. Habt Ihr Euch „Nordsee ist Mordsee“ nochmal angeguckt? Nein, aber ich habe den Film noch sehr gut im Kopf, auch wenn es lange her ist, dass ich ihn gesehen habe. Fatih war das sicherlich bewußt, auch in der Zusammenarbeit mit Hark und durch die Besetzung von Uwe Bohm, als Maiks Vater. Die Ähnlichkeiten sind schon da. Es ist auf alle Fälle eine schöne Fußnote der deutschen Filmgeschichte. Um noch einmal auf die gemeinsame Arbeit mit Fatih zu kommen, nach Drehende hocken wir viel zusammen im Schneideraum und ich genieße das auch. Vieles, was bei unseren Filmen entsteht, kommt dadurch, dass wir wirklich alles ausprobieren was uns einfällt, und all die Sachen, die uns einfallen, selbst wenn sie nicht funktionieren, führen uns woanders hin.
Dadurch bleiben wir immer offen für neue Gedanken und Impulse, und werden manchmal in Richtungen geführt, die wir vorher nie in Betracht gezogen hätten. Ihr arbeitet also wirklich so, wie sich das jeder Editor in der Zusammenarbeit mit seinem Regisseur wünscht, nämlich auf Augenhöhe. Ja! Das sind für mich dann auch die schönsten Momente, wenn wir Ideen hin und her werfen, und aus unserer beider Gedanken dann etwas entsteht. Das ist auch genau das, was man bei den Filmen merkt. Die Filme sind so großartig und auch so meisterhaft montiert, dass sie wirklich ihresgleichen suchen. Das ist etwas, was bei der Arbeit mit Fatih ganz extrem so entsteht, was ich in dem Maße mit anderen Regisseuren nicht habe. Das hat eben viel mit Vertrauen zu tun. Niemand hat das Gefühl, er will den anderen benachteiligen oder bevorzugen, bei den Sachen, die man ausprobieren will. Einer der, wie ich finde, schönsten Filme, die ihr gemeinsam gemacht habt, ist „The Cut“. Leider ist es der Film, der am wenigsten erfolgreich an den Kinokassen war.
Wie geht man mit so etwas um, wenn man erfolgsverwöhnt war? Erfolgsverwöhnt waren wir wirklich, und haben richtig auf die Ohren bekommen für „The Cut“. Wir haben das nicht wirklich kommen sehen. Bei manchen Sachen in dem Film, haben wir gewusst, dass sie schwierig werden, aber das uns das so krumm genommen wird, damit haben wir nicht gerechnet. Man muss das irgendwie wegstecken.
Das ist, wie ein schlechtes Fußballspiel, da muss man am nächsten Wochenende auch wieder ran. Vielleicht wird man den Film, wenn man in zehn Jahren darauf guckt, anders beurteilen. Wie war im Gegensatz zu Deiner Arbeit mit Fatih Akin, die Zusammenarbeit mit z.B. Julie Delpy („The Countess“, 2009) oder Miranda July („The Future“,2011)? Natürlich musste da das Vertrauen erst einmal wachsen. Es war aber, sowohl mit Miranda, als auch mit Julie, eine super Zusammenarbeit. Ich habe bei beiden eine Menge gelernt. Ich fand z. B. den Blick, den Julie Delpy auf ihre Schauspieler, und auch auf sich selbst als Schauspielerin hat, ganz toll. Da durchschaut man dann doch manche Tricks, wenn man durch die Augen eines Schauspielers guckt.
Aber eigentlich ist es in unserem Beruf egal, wer der Regisseur ist,wie groß das Budget ist, und auch egal, wie weit die Verbreitung des Filmes am Ende sein wird, denn jeder Film hat die gleiche Aufgabe, nämlich eine Geschichte auf die bestmögliche Art zu erzählen. Egal, ob beim Studentenfilm, oder beim großen Hollywood -Film.
Was sich ändert, ist lediglich, dass man es bei den großen Filmen mit viel mehr Leuten zu tun hat, auch mit solchen, die eine Meinung zu dem Film haben. Man muss lernen, auch mit diesen Leuten umzugehen. Du bist einer der profiliertesten Editoren Deutschlands, hast aber auch im Ausland gearbeitet. Da wird ja doch anders gearbeitet, als bei uns. Wie unterscheidet sich die Arbeit? Also, die Schneideräume sind auch nicht besser… Teilweise noch viel grottiger, als hier. Die Bezahlung ist in Amerika natürlich besser als hier, und in manchen Ländern ist der Respekt, der einem entgegengebracht wird, auch höher, vor allem in Frankreich. Bei den türkischen Filmen, an denen ich mitgearbeitet habe, war es aber auch erstmal ein Kampf, um sich den Respekt zu verschaffen, weil die Hierarchien in der Türkei viel verhärteter sind, als hier in Deutschland, und Editoren sind dann doch Leute, die eine Arbeit „nur“ ausführen. Damit diese Produzenten begreifen, dass wir auch für einen kreativen Input zuständig sind, ist ein langer Weg nötig.
Es ist von Land zu Land verschieden, was aber auch spannend ist. Du siehst Deine Basis aber schon hier in Deutschland? Ich lebe hier, ich bin hier filmisch groß geworden, und bin hier auch verwurzelt. Ich könnte mir aber schon vorstellen, für eine längere Zeit ins Ausland zu gehen. Gibt es Regisseure, mit denen Du wahnsinnig gerne zusammenarbeiten würdest? Es gibt ein paar englische Regisseurinnen, deren Filme ich sehe, und denke:“Oh, wow!“. Andrea Arnold („Fish Tank“, „American Honey“) finde ich ganz toll und auch Clio Barnard („The Selfish Giant“). Wenn die anklopften, würde ich sofort sagen:“Ja!“! Auch auf die Gefahr hin, dass dies eine Macho-Frage ist, gibt es Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Regisseuren? Gibt es z. B. den weiblichen Blick auf die Dinge und die Figuren? Ich glaube, das ist ziemlicher Quatsch. Die Frauen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, waren teilweise doch ziemlich hart drauf. Vielleicht ist es so, dass man um als Frau dahin zu kommen, wohin man will, ein anderes Bedürfnis hat, sich durchzusetzen, als ein Mann.
Aber man kann das sicher nicht verallgemeinern, denn im Schneideraum ist jeder gleich.
Es gibt auch Beispiele, da wird ein weiblicher Editor engagiert, weil dann angeblich emotionaler geschnitten wird, oder aber bei Action Filmen wird lieber ein Mann angeheuert - alles Quatsch! Um noch einmal auf die „Spezies“ der Editoren zu kommen, wir sind ja Menschen, die gerne im stillen Kämmerlein vor sich hinarbeiten, aber wie wichtig ist Dir zum Beispiel der Austausch mit Kollegen? Ich finde es ganz toll mit anderen Editoren etwas zu gucken, denn Editoren sind die besten Zuschauer, weil die ganz oft besser verstehen, was gemeint ist, wenn gewisse Dinge nicht ganz funktionieren. Ich finde auch, dass das Konkurrenzdenken unter guten Kollegen deutlich geringer ist.
Ich habe diesen Sommer mit einem unserer Kollegen gemeinsam an einem Film geschnitten, was ganz toll war. Wenn man sich gegenseitig die Sachen zeigt, und gemeinsam Ideen entwickelt, ist das super.
Es ist ja leider auch so, dass die Assistenten bei fast allen Filmen nicht mehr mit im Schneideraum sind, und deren Arbeit auch aufhört, sobald abgedreht ist. Das bedauere ich sehr.
Für mich war die beste Schule, im Schneideraum zu sein, während geschnitten wurde, und mitzukriegen, warum werden die Entscheidungen so getroffen, warum fallen Sachen weg, und aus welchen Gründen. Da habe ich das meiste gelernt und das passiert jetzt leider bei unseren Assistenten nicht mehr.
Ich fand es ganz toll, dass wir jetzt im Sommer in den USA („First they killed my father“, Angelina Jolie) die komplette Produktion hindurch teilweise vier Assistenten hatten. Erstmal habe ich gar nicht gewusst, wie ich als Editor mit soviel Assistententätigkeit umgehen soll, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran, auch daran, den Assistenten viel mehr abzugeben, wie z. B. die Vertonung.
Es war auch gut, die Meinung der Assistenten zu hören.
Eine Assistentin war nur für VFX zuständig, dann gab es den ersten Assistenten, der vom ersten Drehtag bis zur Mischung dabei war, und den zweiten, der sehr viel Tonbearbeitung gemacht hat, genau wie der dritte. Die waren zwar nicht alle die ganze Zeit dabei, aber es war total super.! Zwei Deiner langjährigen Assistenten schneiden selber, aber viele Junioren können nur überleben, indem sie auch noch als Schnittassistenten arbeiten.
Wie siehst Du die Zukunft der Editoren bzw. Junior Editoren? Das ist schwierig. Was ich mir vorstellen könnte, wäre ein Modell, in dem die Editoren, die erfahrener sind, häufiger als Schnittberater mit den Junioren arbeiten. Sodass junge Kollegen, die weniger Erfahrung haben, schneiden, und wir z.B. als Supervisor engagiert werden.
Ich mache das immer mal wieder, es ist aber nicht wirklich einfach, einen Rahmen dafür zu finden. Ich glaube, man könnte dafür konkretere Modelle entwickeln, dass so eine Arbeit funktionieren könnte.
Man muss das Bewusstsein der Produzenten schärfen, was eine Schnittassistenz bedeutet, denn viele verwechseln Schnittassistenz mit der Arbeit des DIT am Set.
Aber es ist sowieso schon schwierig, vor allem bei jungen Produzenten, denen beizubringen, was Schnitt überhaupt bedeutet. Es gibt viel zu tun! Vielen Dank, lieber Andrew, für dieses Gespräch, und viel Erfolg, bei Deinem neuen Projekt!

WERKSTATTGESPRÄCH ANDREAS WODRASCHKE

Di, 2016-11-29 11:36
Im Gespräch mit Anne Fabini erzählt Andreas Wodraschke über die Arbeit an „Er ist wieder da“ und „Die Erfindung der Liebe“, berichtet über die Arbeit mit Regisseuren, Komponisten und anderen Editoren und verrät für wen der Beruf des Editors richtig ist.

Ihr könnt euch das Gespräch auf der BFS SoundCloud Seite anhören.

Größte Umfrage zur Arbeitssituation der TV- und Filmschaffende 2015

Fr, 2016-11-18 17:49
Mit über einhundert Fragen zur Arbeitswelt der Film- und Fernsehschaffenden wurde vom 19.10. bis 22.12.2015 per Internet eine Umfrage der FILMSCHAFFENDEN geführt. Abgefragt wurden die Arbeitsbedingungen, die soziale Absicherung und die Berufszufriedenheit in unserer Branche. Es beteiligten sich mehr als 3.800 Film- und Fernsehschaffende daran – das sind rund 10 % der Beschäftigten der Film- und TV-Branche. Diese Woche stellen die FILMSCHAFFENDE und Langer Media nun die Auswertung der Studie vor. Hier schon einmal vorab einige der erstaunlichsten Umfrageergebnisse:
  • Verdienst:
    • 31% der Befragten habe ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von bis zu 17.500,00 in den letzten drei Jahren,
    • daher reicht das Einkommen aus der Haupttätigkeit auch nur bei 38,98% für den Lebensunterhalt!
  • Zu Ausbildung und Beruf:
    • 35% der Befragten sind Quereinsteiger
    • 47% der Befragten arbeiten ausschließlich oder überwiegend angestellt!
  • Altersvorsorge
    • 55,5% der Film- und Fernsehschaffenden sind der Meinung, nicht ausreichend für ihr Alter vorgesorgt zu haben,
    • 70,3% geben an, nicht genug Geld für die Altersvorsorge zu haben!
Die vollständige Studie findet Ihr im internen Bereich unter der Rubrik „Branchenumfrage“. Euer BFS

Preisverleihung der Akademie für Fernsehen

Mo, 2016-11-14 17:33
Am 12.11.2016 wurden in Köln die Preise der Deutschen Akademie für Fernsehen verliehen. Unser Vorstandsmitglied Claus Wehlisch bekam die Auszeichnung für seinen Schnitt von "Polizeiruf 110- Und vergib uns unsere Schuld". Wir sind sehr stolz auf unseren Kollegen und gratulieren ihm, sowie allen anderen Preisträgern ganz herzlich!" http://m.dwdl.de/a/58709

FEIERLICHE ERÖFFNUNG VON DOK LEIPZIG

Do, 2016-11-03 09:02
Gestern Abend wurde vor etwa 700 Zuschauerinnen und Zuschauern im Leipziger CineStar das 59. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm feierlich eröffnet. Neben der Festivalintendantin Leena Pasanen sprachen die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange und Dr. Skadi Jennicke, die Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig. Die Eröffnungsfeier endete mit einem Grußwort des Schweizer Regisseurs Claude Barras und der Vorführung seines Films „My Life as a Courgette“. Der Animator Elie Chapuis war bei der Eröffnung anwesend. Mit „My Life as a Courgette“ wurde die DOK Leipzig zum ersten Mal mit einem langen Animationsfilm eröffnet. Parallel lief der Eröffnungsfilm, wie bereits im letzten Jahr, in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs kostenfrei für das Leipziger Publikum. Insgesamt haben rund 550 Zuschauer/innen den Film im Hauptbahnhof gesehen. Elie Chapuis beantwortete im Anschluss an die Vorführung die Fragen des Publikums. Alle Kolleginnen und Kollegen viel Spaß und Erfolg in Leipzig!

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