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BFS - Bundesverband Filmschnitt Editor e.V.

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Aktuelle Meldungen und Termine vom BFS
Aktualisiert: vor 2 Stunden 31 Minuten

Wir Editoren brauchen Dich!

Mi, 2017-02-01 12:50
Erstmals in der 30-jährigen Geschichte des Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. (BFS) haben wir die Möglichkeit, von den TV-Sendern und Produzenten aktiv mehr Geld und mehr Wertschätzung zu fordern. Erstmals können wir als BFS eigene Verhandlungen für gemeinsame Vergütungsregeln und Erlösbeteiligungen aufnehmen.
Wir sind bereit! Aber Du fehlst!
 
Der BFS braucht mehr Mitglieder, um sich gegenüber den Sendern und Produzenten besser behaupten zu können.
Es gibt über 1200 aktive Editorinnen und Editoren in Deutschland. Der BFS hat aktuell knapp 400 Mitglieder.
 
Wir brauchen alle Editoren an unser Seite, um zu fordern, was die Drehbuchautoren, Regisseure und seit kurzem auch die Kameraleute schon erreicht haben:
  • eine Erfolgsbeteiligung bei der Ausstrahlung Eurer Produktionen – und das auch bei Internetklicks und bei der Auswertung auf DVD oder Blu-ray,
  • eine Beteiligung an den Vertriebserlösen,
  • und das jeweils rückwirkend seit 2002!
Daher unser Appell an Euch: Gestalte Deine Zukunft als Editor gemeinsam mit uns – werde Mitglied im BFS! Dein Engagement kann das Zünglein an der Waage sein, das allen Editoren zu mehr Anerkennung verhilft. Der Vorstand des Bundesverbandes Filmschnitt Editor e.V. Alexander Berner
Sandra Brandl
Florentine Bruck
Stefan Essl
Dietmar Kraus
Julia Oehring
Claus Wehlisch Hier findest du eine Liste der zahlreichen Vorteile und Vergünstigungen als BFS-Mitglied.

„Wir Kreative! Das Selbstverständnis einer Branche“ von Lisa Basten als Begrüßungsgeschenk des BFS für jedes neue Mitglied!

Mi, 2017-02-01 12:34
"Kreatives Arbeiten bedeutet für viele eine wirtschaftlich prekäre Existenz“, so Lisa Basten. „Ich bin überzeugt, dass sich das ändern ließe: mit einer stärkeren, auch solidarischeren Verantwortung für das individuelle wirtschaftliche Handeln. Das ist nur mit kollektiven Organisationen wie etwa dem BFS möglich. Und mit mehr Wissen für mehr Kreative. Deshalb habe ich mein Buch geschrieben. Dass der BFS sich entschieden hat, „Wir Kreative!“ an seine Neumitglieder zu verschicken ist für mich deshalb ein Riesenerfolg." Silke Spahr freut sich sehr, den neuen BFS-Mitgliedern mit diesem Insider-Buch einen aktuellen Überblick über die TV- und Filmbranche geben zu können und erhofft sich von der zunehmenden Aufklärung auch neue Impulse für die Verbandsarbeit. Mehr über das neue Buch von Lisa Basten und über die Autorin erfahrt Ihr unter http://gutearbeit.org/  oder in dem Kress Interview „Krise der Kreativen: ARD und ZDF werden ihrer Verantwortung nicht gerecht“ https://kress.de/news/detail/beitrag/135990-krise-der-kreativen-ard-und-zdf-werden-ihrer-verantwortung-nicht-gerecht.html

Die Nominierten des FairFilm®Award 2017 stehen fest!

Do, 2017-01-26 14:54
Am 11. Februar 2017 werden im Rahmen der Berlinale von dem Verband der Filmschaffenden erneut die fairsten Produktionen des Jahres 2016 ausgezeichnet. Nominiert sind: „High Society“ von Hellinger / Doll Filmproduktion GmbH Polizeiruf 110 – Nachtdienst von die film gmbh Polizeiruf 110 - Einer für alle, alle für Rostock von filmpool fiction GmbH Ermittelt wurden die fairsten Produktionen durch eine Befragung des Onlineportals crew-united. Die gesamte Liste der Vorauswahl findest Du unter
https://www.crew-united.com/survey/Auswertung_FairFilmAward_2016.htm (FairFilm® ist eine eingetragene Marke von fairTV e.V.)

DEMOCRACY – Im Rausch der Daten

Di, 2016-12-13 13:04
Am Donnerstag, den 24.11.2016  fand in der dffb Berlin wieder ein Werkstattgespräch der Reihe ungeSCHNITTen statt. 
Die Filmeditorin Catrin Vogt war mit dem Dokumentarfilm DEMOCRACY-­IM RAUSCH DER DATEN zu Gast. 
Ein langer Schnittprozess von mehr als einem Jahr erforderte die intensive Kooperation zwischen Regie und Schnitt um sich den hohen inhaltlichen Anforderungen einer Dokumentation über ein Gesetzgebungsverfahren der EU zu stellen. Catrin Vogt fasste in dem von Anne Fabini moderierten Gespräch  eindrücklich zusammen, wie sehr sie mit dem Material kämpfte, das nahezu ausschließlich aus parlamentarischen Sitzungen und Debatten bestand und denen sie aufgrund ihrer juristischen Spezifikation inhaltlich manchmal nur schwer folgen konnte. Ohne eine entsprechend vertiefende Kenntnis über die parlamentarischen Vorgänge in einem derartig komplizierten Gesetzesentwurfsverfahren zu haben, war sie allerdings auch sehr nah am Eindruck des ersten Zuschauers, was in der gemeinsamen Montagearbeit mit einem tief in die Thematik eingearbeiteten Regisseur durchaus von Vorteil war.  Der Abend mit Catrin Vogt vermittelte eine Vorstellung davon, was für eine enorme Ausdauer und Freude an Auseinandersetzung sich hinter dieser beeindruckenden Montagearbeit verbirgt, die so klug den dramaturgischen und rhythmischen Bogen spannt und es dabei auch noch vermag poetisch und emotional zu erzählen.

Synergietage für Filmschaffende: Voller Erfolg

Di, 2016-12-13 11:37
Ziel der Veranstaltung war es, ihre politischen Kernthemen gemeinsam weiterzuentwickeln, ihre Ressourcen künftig noch intensiver zu bündeln und ihre Arbeit weiter zu professionalisieren. Dafür trafen sich Vertreter der Gewerkschaftsverbände für Filmschaffende. Während der beiden Tage wurden Themen wie die Stärkung von Institutionen, wie der Künstlersozialkasse und der Pensionskasse Rundfunk oder Arbeitssicherheit angesprochen. Die mangelnden Möglichkeiten der Altersvorsorge standen auch im Mittelpunkt einiger Diskussionen. So soll als erster Schritt eine einheitliche Aktualisierung der Berufsbilder, eingeführt werden, die den Institutionen vor Augen führt, wie stark sich der Berufsalltag der TV- und Filmschaffenden im Zuge der Digitalisierung verändert hat. Die Synergietage sollen nun vierteljährlich stattfinden. „Wir möchten unsere Mitglieder dabei unterstützen, sich künftig noch selbstbewusster zu positionieren und erfolgreich als Unternehmer zu agieren, unternehmerischer zu handeln“, bekräftigt die Geschäftsführerin des BFS, Silke Spahr. „Wir hoffen, dass die ersten Synergietage einen Auftakt für eine neue, übergreifende Solidarität und Handlungsfähigkeit bilden“. „Wir halten es für politisch wichtig, komplexe, für unsere Branche überlebenswichtige Themen wie Honorarfragen, Alterssicherung und Sozialstatus gewerkeübergreifend zu denken.“, so Frank Trautmann, Vostandsvorsitzender BVFK.

Gespräch mit Andrew Bird

Fr, 2016-12-02 19:10
In Hamburg ist der erste Schnee gefallen, und ich mache mich auf zu einem Gespräch mit Andrew Bird, über „Tschick“, seine langjährige Zusammenarbeit mit Fatih Akin, und über einige Fragen, die uns Editoren umtreibt.
Andrew , in London geboren und seit Ende der 1970er Jahre in Hamburg ansässig, ist einer der profiliertesten Filmeditoren Deutschlands.
Er wurde mit etlichen Preisen für sein Schaffen ausgezeichnet, u.a. 2008 mit dem Deutschen Filmpreis für „Auf der anderen Seite“.
Andrew schneidet derzeit den neuen Film von Fatih Akin, „Aus dem Nichts“ mit Diane Krüger. Erst einmal eine ganz allgemein Frage: Wie bist Du zum Filmschnitt gekommen? Ich hatte nie das Geld um auf eine Filmschule zu gehen. Ich habe angefangen, Super 8 Filme zuhause zu machen und das Schneiden hat mir eigentlich am meisten Spaß gemacht. Das war ja noch alles mit dem Klebeband und die Vertonung mit dem Finger auf dem Cassettenrecorder. Jedenfalls habe ich gedacht, das wäre etwas, was mich längerfristig interessieren könnte.
Durch Zufall habe ich Magdolna Rokob kennengelernt und habe sie gefragt, ob sie mich als Assistent nimmt und ausbildet.
Sie hat dann ein bisschen überlegt, und gesagt, sie wäre eine sehr strenge Lehrmeisterin, und ob ich mir das dann immer noch vorstellen könnte, worauf ich bejahte.
So habe ich ihr bei einigen Studentenfilmen assistiert, dann bei einem Spielfilm von Lars Becker, „Schattenboxer“, bei dem ich auch Script und Continuity gemacht habe, was ich auch als super Ausbildung für den Editoren Beruf empfand.
Außerdem hatte ich vorher als Übersetzer gearbeitet und kannte viele Leute aus der Filmbranche, und dann hat es auch nicht lange gedauert, bis ich meinen ersten Film schneiden konnte. Dann kam es ja auch bald zu der Begegnung mit Fatih Akin, mit dem Du seit 1996 zusammenarbeitest. Ihr habt zusammen deutsche Filmgeschichte geschrieben (Andrew wirft ein, dass das ja auch weitergehen soll!), wie kann man sich Eure Zusammenarbeit vorstellen? Denn auch nach 20 Jahren gibt es sicher noch Konflikte und Reibungsflächen. Es ist natürlich so, dass wir uns nach 20 Jahren sehr gut kennen. Das hat sehr viele Vorteile für die Arbeit im Schneideraum. Wir müssen nicht mehr um ein Vertrauensverhältnis kämpfen, da wir uns ja seit seinem ersten Kurzfilm kennen. Sehr viel, was ich im Schneideraum über das Schneiden gelernt habe, kommt durch Fatih. Wir lernen gemeinsam bei jedem Film, worum wir uns auch sehr bemühen, denn es liegt auch eine Gefahr in einer so langen Zusammenarbeit, dass man sich nämlich immer im gleichen Fahrwasser bewegt. Wir versuchen beide sehr darauf aufzupassen, nicht immer die gleichen Lösungen zu finden, wie im Film davor.
Außerdem macht es mit Fatih wirklich irrsinnig viel Spaß!
Ich fange parallel zum Drehen zu schneiden an, wenn es geht, mustern wir gemeinsam aus und haben dadurch schon eine ausführliche Kommunikation über das Material, und darüber, was wir im Material für Möglichkeiten sehen. Das geht leider nicht bei jedem Film, denn wenn Fatih im Ausland dreht, wie bei „The Cut“, mustern wir unabhängig voneinander aus. Aber im Großen und Ganzen suchen wir schon die gleichen Takes aus. Ich habe dann kurz nach Drehende eine erste Fassung. Der erste Rohschnitt, den Fatih dann sieht, ist extrem roh. Das ist auch das erste Mal, das ich mir den kompletten Film angucke. Es ist immer eine sehr lange Version, weil tendentiell alles drin ist, was im Drehbuch steht. Es geht uns bei dieser ersten Fassung primär um Struktur.
Funktioniert die Struktur, die Fatih sich im Buch ausgedacht hat? Dann fangen wir an, Szenen rauszuschmeißen, oder z.B. etwas umzustellen.Es ist mit Fatih sehr einfach so vorzugehen, denn er ist ein sehr selbstkritischer Regisseur. Es kommt häufiger vor, dass ich ihn überreden muss, Sachen drin zu lassen, die er rausgeschnitten hätte. Es gibt zwischen uns beiden überhaupt keine Scheu, zu sagen „das finde ich doof, was hast Du Dir dabei gedacht“, dazu kennen wir uns zu lange. „Tschick“ ist der erste Film von Fatih Akin, der auf einer Romanvorlage basiert. Gab es mit dem adaptierten Drehbuch einen Unterschied zu Eurer sonstigen Arbeit, gerade im Bezug auf die von Dir angesprochene Strukturfindung, die ja durch den Roman vorgegeben ist? Bei „Tschick“ fand die meiste Diskussion auf der Buchebene statt. Es war schon so, dass wir uns gefragt haben, ob die Struktur des Buches auch für den Film funktioniert, ob z. B. der Unfall mit dem Schweinelaster auch im Film am Anfang kommen soll, so wie im Buch. Die Struktur wurde dann vom Roman weitestgehend übernommen. Es gibt bei „Tschick“ eine interessante Parallele zu einem anderen deutschen Filmklassiker, nämlich „Nordsee ist Mordsee“. Hark Bohm war künstlerischer Mitarbeiter am Drehbuch zu „Tschick“. Sein Film „Nordsee ist Mordsee“ ist auch eine Coming - Of- Age Geschichte, zwei Jungen auf der Suche nach Freiheit. Auch die jugendlichen Hauptdarsteller in beiden Filmen ähneln sich. Habt Ihr Euch „Nordsee ist Mordsee“ nochmal angeguckt? Nein, aber ich habe den Film noch sehr gut im Kopf, auch wenn es lange her ist, dass ich ihn gesehen habe. Fatih war das sicherlich bewußt, auch in der Zusammenarbeit mit Hark und durch die Besetzung von Uwe Bohm, als Maiks Vater. Die Ähnlichkeiten sind schon da. Es ist auf alle Fälle eine schöne Fußnote der deutschen Filmgeschichte. Um noch einmal auf die gemeinsame Arbeit mit Fatih zu kommen, nach Drehende hocken wir viel zusammen im Schneideraum und ich genieße das auch. Vieles, was bei unseren Filmen entsteht, kommt dadurch, dass wir wirklich alles ausprobieren was uns einfällt, und all die Sachen, die uns einfallen, selbst wenn sie nicht funktionieren, führen uns woanders hin.
Dadurch bleiben wir immer offen für neue Gedanken und Impulse, und werden manchmal in Richtungen geführt, die wir vorher nie in Betracht gezogen hätten. Ihr arbeitet also wirklich so, wie sich das jeder Editor in der Zusammenarbeit mit seinem Regisseur wünscht, nämlich auf Augenhöhe. Ja! Das sind für mich dann auch die schönsten Momente, wenn wir Ideen hin und her werfen, und aus unserer beider Gedanken dann etwas entsteht. Das ist auch genau das, was man bei den Filmen merkt. Die Filme sind so großartig und auch so meisterhaft montiert, dass sie wirklich ihresgleichen suchen. Das ist etwas, was bei der Arbeit mit Fatih ganz extrem so entsteht, was ich in dem Maße mit anderen Regisseuren nicht habe. Das hat eben viel mit Vertrauen zu tun. Niemand hat das Gefühl, er will den anderen benachteiligen oder bevorzugen, bei den Sachen, die man ausprobieren will. Einer der, wie ich finde, schönsten Filme, die ihr gemeinsam gemacht habt, ist „The Cut“. Leider ist es der Film, der am wenigsten erfolgreich an den Kinokassen war.
Wie geht man mit so etwas um, wenn man erfolgsverwöhnt war? Erfolgsverwöhnt waren wir wirklich, und haben richtig auf die Ohren bekommen für „The Cut“. Wir haben das nicht wirklich kommen sehen. Bei manchen Sachen in dem Film, haben wir gewusst, dass sie schwierig werden, aber das uns das so krumm genommen wird, damit haben wir nicht gerechnet. Man muss das irgendwie wegstecken.
Das ist, wie ein schlechtes Fußballspiel, da muss man am nächsten Wochenende auch wieder ran. Vielleicht wird man den Film, wenn man in zehn Jahren darauf guckt, anders beurteilen. Wie war im Gegensatz zu Deiner Arbeit mit Fatih Akin, die Zusammenarbeit mit z.B. Julie Delpy („The Countess“, 2009) oder Miranda July („The Future“,2011)? Natürlich musste da das Vertrauen erst einmal wachsen. Es war aber, sowohl mit Miranda, als auch mit Julie, eine super Zusammenarbeit. Ich habe bei beiden eine Menge gelernt. Ich fand z. B. den Blick, den Julie Delpy auf ihre Schauspieler, und auch auf sich selbst als Schauspielerin hat, ganz toll. Da durchschaut man dann doch manche Tricks, wenn man durch die Augen eines Schauspielers guckt.
Aber eigentlich ist es in unserem Beruf egal, wer der Regisseur ist,wie groß das Budget ist, und auch egal, wie weit die Verbreitung des Filmes am Ende sein wird, denn jeder Film hat die gleiche Aufgabe, nämlich eine Geschichte auf die bestmögliche Art zu erzählen. Egal, ob beim Studentenfilm, oder beim großen Hollywood -Film.
Was sich ändert, ist lediglich, dass man es bei den großen Filmen mit viel mehr Leuten zu tun hat, auch mit solchen, die eine Meinung zu dem Film haben. Man muss lernen, auch mit diesen Leuten umzugehen. Du bist einer der profiliertesten Editoren Deutschlands, hast aber auch im Ausland gearbeitet. Da wird ja doch anders gearbeitet, als bei uns. Wie unterscheidet sich die Arbeit? Also, die Schneideräume sind auch nicht besser… Teilweise noch viel grottiger, als hier. Die Bezahlung ist in Amerika natürlich besser als hier, und in manchen Ländern ist der Respekt, der einem entgegengebracht wird, auch höher, vor allem in Frankreich. Bei den türkischen Filmen, an denen ich mitgearbeitet habe, war es aber auch erstmal ein Kampf, um sich den Respekt zu verschaffen, weil die Hierarchien in der Türkei viel verhärteter sind, als hier in Deutschland, und Editoren sind dann doch Leute, die eine Arbeit „nur“ ausführen. Damit diese Produzenten begreifen, dass wir auch für einen kreativen Input zuständig sind, ist ein langer Weg nötig.
Es ist von Land zu Land verschieden, was aber auch spannend ist. Du siehst Deine Basis aber schon hier in Deutschland? Ich lebe hier, ich bin hier filmisch groß geworden, und bin hier auch verwurzelt. Ich könnte mir aber schon vorstellen, für eine längere Zeit ins Ausland zu gehen. Gibt es Regisseure, mit denen Du wahnsinnig gerne zusammenarbeiten würdest? Es gibt ein paar englische Regisseurinnen, deren Filme ich sehe, und denke:“Oh, wow!“. Andrea Arnold („Fish Tank“, „American Honey“) finde ich ganz toll und auch Clio Barnard („The Selfish Giant“). Wenn die anklopften, würde ich sofort sagen:“Ja!“! Auch auf die Gefahr hin, dass dies eine Macho-Frage ist, gibt es Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Regisseuren? Gibt es z. B. den weiblichen Blick auf die Dinge und die Figuren? Ich glaube, das ist ziemlicher Quatsch. Die Frauen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, waren teilweise doch ziemlich hart drauf. Vielleicht ist es so, dass man um als Frau dahin zu kommen, wohin man will, ein anderes Bedürfnis hat, sich durchzusetzen, als ein Mann.
Aber man kann das sicher nicht verallgemeinern, denn im Schneideraum ist jeder gleich.
Es gibt auch Beispiele, da wird ein weiblicher Editor engagiert, weil dann angeblich emotionaler geschnitten wird, oder aber bei Action Filmen wird lieber ein Mann angeheuert - alles Quatsch! Um noch einmal auf die „Spezies“ der Editoren zu kommen, wir sind ja Menschen, die gerne im stillen Kämmerlein vor sich hinarbeiten, aber wie wichtig ist Dir zum Beispiel der Austausch mit Kollegen? Ich finde es ganz toll mit anderen Editoren etwas zu gucken, denn Editoren sind die besten Zuschauer, weil die ganz oft besser verstehen, was gemeint ist, wenn gewisse Dinge nicht ganz funktionieren. Ich finde auch, dass das Konkurrenzdenken unter guten Kollegen deutlich geringer ist.
Ich habe diesen Sommer mit einem unserer Kollegen gemeinsam an einem Film geschnitten, was ganz toll war. Wenn man sich gegenseitig die Sachen zeigt, und gemeinsam Ideen entwickelt, ist das super.
Es ist ja leider auch so, dass die Assistenten bei fast allen Filmen nicht mehr mit im Schneideraum sind, und deren Arbeit auch aufhört, sobald abgedreht ist. Das bedauere ich sehr.
Für mich war die beste Schule, im Schneideraum zu sein, während geschnitten wurde, und mitzukriegen, warum werden die Entscheidungen so getroffen, warum fallen Sachen weg, und aus welchen Gründen. Da habe ich das meiste gelernt und das passiert jetzt leider bei unseren Assistenten nicht mehr.
Ich fand es ganz toll, dass wir jetzt im Sommer in den USA („First they killed my father“, Angelina Jolie) die komplette Produktion hindurch teilweise vier Assistenten hatten. Erstmal habe ich gar nicht gewusst, wie ich als Editor mit soviel Assistententätigkeit umgehen soll, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran, auch daran, den Assistenten viel mehr abzugeben, wie z. B. die Vertonung.
Es war auch gut, die Meinung der Assistenten zu hören.
Eine Assistentin war nur für VFX zuständig, dann gab es den ersten Assistenten, der vom ersten Drehtag bis zur Mischung dabei war, und den zweiten, der sehr viel Tonbearbeitung gemacht hat, genau wie der dritte. Die waren zwar nicht alle die ganze Zeit dabei, aber es war total super.! Zwei Deiner langjährigen Assistenten schneiden selber, aber viele Junioren können nur überleben, indem sie auch noch als Schnittassistenten arbeiten.
Wie siehst Du die Zukunft der Editoren bzw. Junior Editoren? Das ist schwierig. Was ich mir vorstellen könnte, wäre ein Modell, in dem die Editoren, die erfahrener sind, häufiger als Schnittberater mit den Junioren arbeiten. Sodass junge Kollegen, die weniger Erfahrung haben, schneiden, und wir z.B. als Supervisor engagiert werden.
Ich mache das immer mal wieder, es ist aber nicht wirklich einfach, einen Rahmen dafür zu finden. Ich glaube, man könnte dafür konkretere Modelle entwickeln, dass so eine Arbeit funktionieren könnte.
Man muss das Bewusstsein der Produzenten schärfen, was eine Schnittassistenz bedeutet, denn viele verwechseln Schnittassistenz mit der Arbeit des DIT am Set.
Aber es ist sowieso schon schwierig, vor allem bei jungen Produzenten, denen beizubringen, was Schnitt überhaupt bedeutet. Es gibt viel zu tun! Vielen Dank, lieber Andrew, für dieses Gespräch, und viel Erfolg, bei Deinem neuen Projekt!

WERKSTATTGESPRÄCH ANDREAS WODRASCHKE

Di, 2016-11-29 11:36
Im Gespräch mit Anne Fabini erzählt Andreas Wodraschke über die Arbeit an „Er ist wieder da“ und „Die Erfindung der Liebe“, berichtet über die Arbeit mit Regisseuren, Komponisten und anderen Editoren und verrät für wen der Beruf des Editors richtig ist.

Ihr könnt euch das Gespräch auf der BFS SoundCloud Seite anhören.

Größte Umfrage zur Arbeitssituation der TV- und Filmschaffende 2015

Fr, 2016-11-18 17:49
Mit über einhundert Fragen zur Arbeitswelt der Film- und Fernsehschaffenden wurde vom 19.10. bis 22.12.2015 per Internet eine Umfrage der FILMSCHAFFENDEN geführt. Abgefragt wurden die Arbeitsbedingungen, die soziale Absicherung und die Berufszufriedenheit in unserer Branche. Es beteiligten sich mehr als 3.800 Film- und Fernsehschaffende daran – das sind rund 10 % der Beschäftigten der Film- und TV-Branche. Diese Woche stellen die FILMSCHAFFENDE und Langer Media nun die Auswertung der Studie vor. Hier schon einmal vorab einige der erstaunlichsten Umfrageergebnisse:
  • Verdienst:
    • 31% der Befragten habe ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von bis zu 17.500,00 in den letzten drei Jahren,
    • daher reicht das Einkommen aus der Haupttätigkeit auch nur bei 38,98% für den Lebensunterhalt!
  • Zu Ausbildung und Beruf:
    • 35% der Befragten sind Quereinsteiger
    • 47% der Befragten arbeiten ausschließlich oder überwiegend angestellt!
  • Altersvorsorge
    • 55,5% der Film- und Fernsehschaffenden sind der Meinung, nicht ausreichend für ihr Alter vorgesorgt zu haben,
    • 70,3% geben an, nicht genug Geld für die Altersvorsorge zu haben!
Die vollständige Studie findet Ihr im internen Bereich unter der Rubrik „Branchenumfrage“. Euer BFS

Preisverleihung der Akademie für Fernsehen

Mo, 2016-11-14 17:33
Am 12.11.2016 wurden in Köln die Preise der Deutschen Akademie für Fernsehen verliehen. Unser Vorstandsmitglied Claus Wehlisch bekam die Auszeichnung für seinen Schnitt von "Polizeiruf 110- Und vergib uns unsere Schuld". Wir sind sehr stolz auf unseren Kollegen und gratulieren ihm, sowie allen anderen Preisträgern ganz herzlich!" http://m.dwdl.de/a/58709

FEIERLICHE ERÖFFNUNG VON DOK LEIPZIG

Do, 2016-11-03 09:02
Gestern Abend wurde vor etwa 700 Zuschauerinnen und Zuschauern im Leipziger CineStar das 59. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm feierlich eröffnet. Neben der Festivalintendantin Leena Pasanen sprachen die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange und Dr. Skadi Jennicke, die Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig. Die Eröffnungsfeier endete mit einem Grußwort des Schweizer Regisseurs Claude Barras und der Vorführung seines Films „My Life as a Courgette“. Der Animator Elie Chapuis war bei der Eröffnung anwesend. Mit „My Life as a Courgette“ wurde die DOK Leipzig zum ersten Mal mit einem langen Animationsfilm eröffnet. Parallel lief der Eröffnungsfilm, wie bereits im letzten Jahr, in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs kostenfrei für das Leipziger Publikum. Insgesamt haben rund 550 Zuschauer/innen den Film im Hauptbahnhof gesehen. Elie Chapuis beantwortete im Anschluss an die Vorführung die Fragen des Publikums. Alle Kolleginnen und Kollegen viel Spaß und Erfolg in Leipzig!

Filmplus zeichnet Gewinner der Schnitt Preise 2016 aus

Mi, 2016-10-26 18:05
 Filmplus – Festival für Filmschnitt und Montagekunst 21. – 24. Oktober 2016 in Köln   Ode an die Schnittkunst Filmplus zeichnet Gewinner der Schnitt Preise 2016 aus   Mit der feierlichen Preisverleihung im Filmforum NRW im Museum Ludwig erreichte Filmplus – das Festival für Filmschnitt und Montagekunst nach vier intensiven, filmerlebnisreichen Tagen am Abend des 24. Oktober 2016 seinen Höhepunkt.   Als Novum in seiner 16-jährigen Geschichte wurde der Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm ex aequo für die Montageleistung an zwei der nominierten Spielfilme verliehen. Die Gewinner des mit 7.500 Euro von der Film- und Medienstiftung NRW dotierten Preises sind Vincent Assmann für „Heil“ sowie Claudia Linzer und Monika Willi für den österreichischen Beitrag „Thank You for Bombing“.   Die Jury, bestehend aus Raphael Beinder (Kameramann), Marek Harloff (Schauspieler), Janina Herhoffer (Editorin, Vorjahrespreisträgerin), Isabel Krolla (Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen) und Andrina Mracnikar (Regisseurin und Drehbuchautorin) begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Zwei Filme, die sowohl in ihrer Machart als auch in der Wirkung auf den Zuschauer unterschiedlicher kaum sein könnten – uns jedoch, was die Montageleistung betrifft, gleichermaßen beeindruckt haben. „Thank You for Bombing“ erzählt uns in drei Episoden Krieg aus der Perspektive der Berichterstatter, in Erwartung der nächsten Sensation, über welche es zu berichten gilt. Krieg, der sich weit weg ereignet, oder sogar schon längst in der Vergangenheit liegt – aber immer zerstörerische Spuren hinterlässt. In konzentrierten Porträts strukturieren die Editorinnen den Film in drei Episoden, wobei es ihnen gelingt, den Spannungsbogen über den ganzen Film hinweg zu halten und die einzelnen Stränge geschickt zu einem gemeinsamen Ende zu führen. Die fast absurd anmutende Atmosphäre wird durch die kluge Montage für den Zuschauer physisch spürbar. „Heil“ hat uns beeindruckt, weil es der Montage gelingt, ein großes Ensemble an Figuren und Erzählsträngen nicht nur formal und rhythmisch, sondern auch dramaturgisch in den Griff zu bekommen. Die Montage bewegt sich dabei mit sicherem Timing zwischen satirisch überspitzten, hysterischen Momenten und entschleunigend wirkenden Szenen hin und her – um so Anlauf für das nächste szenische Feuerwerk zu nehmen.“   Der mit ebenfalls 7.500 Euro von der Stiftung Kulturwerk der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst dotierte Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm wurde vergeben an Kaya Inan für den Schnitt an dem Dokumentarfilm „Above and Below“.   Die Jury um Frank Amann (Kameramann), Susanne Brandstätter (Filmemacherin), Jutta Krug (Dokumentarfilm-Redakteurin des WDR), Carina Mergens (Editorin, Vorjahrespreisträgerin) und Gudrun Sommer (Leiterin des Festivals doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche) begründete ihre Wahl wie folgt: „Dem Dokumentarfilm, dessen Montage wir heute Abend auszeichnen, gelingt es, verschiedene Realitätsebenen sinnlich und geradezu explosiv in Bild und Ton aufeinander reagieren zu lassen. Sie entführen uns in eine intensive dokumentarische Kinoerfahrung, die zunächst geradezu fiktional anmutet. Die Räume, in denen sich der Film bewegt, stellt die Montage als rätselhaft vor – sie muten an wie Projektionen, wie Fluchtpunkte von Träumen. Der Schnitt nähert sich behutsam und spiralförmig seinen Protagonistinnen und Protagonisten. Die entfalteten Stimmungswelten ziehen uns in ihren Bann. Selbst dann, wenn wir in die Lebensgeschichten eintauchen, gelingt es der Montage, uns im Schwebezustand zu halten – auch durch das Verweben der Erzählungen der Protagonistinnen und Protagonisten aus dem on und off. Eine Begegnung von innerem mit äußerem Monolog. Uns haben die mutigen Schnittentscheidungen und die Musikalität der Montage überzeugt.“   Über die Vergabe des Nachwuchspreises berieten die Jurys des Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm und des Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm gemeinsam. Sie würdigten die Editorenleistung von Anna Grenzfurthner am österreichischen Kurzfilm „Wartezeit“ mit dem mit 2.500 Euro dotierten ARRI Media Förderpreis Schnitt, ermöglicht durch das Land NRW und die Deutsche Filmakademie, mit folgender Begründung: „Wir zeichnen eine Montageleistung aus, deren erzählerische Effizienz beispielhaft ist. Mit minimalen Mitteln wird maximale Intensität von Spannung und Identifikation ermöglicht. Die Editorin schafft es, mit einem ausgeprägten Gefühl für Timing in der kurzen Form, im Zuschauer eine Kettenreaktion an Projektionen und Ängsten auszulösen und so das Potential des Stoffes voll auszureizen.“ „Wartezeit“ feierte bei Filmplus 2016 seine Weltpremiere.   Ebenso von den Jurys des Nachwuchspreises lobend erwähnt wurde Amaury Berger für die Montage an „Julian“ mit der Begründung: „Der Film, dessen Montage wir heute mit einer Lobenden Erwähnung würdigen, hat uns tief berührt. Dem unkonventionellen Porträt gelingt die Verdichtung von Fragmenten, die uns in das fragile Universum des Protagonisten eintauchen lässt.“   Den von der GFF Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion mit 3.000 Euro dotierten Geißendörfer Ehrenpreis Schnitt nahm Ursula Höf entgegen.   Filmplus präsentierte vier Tage lang vom 21. bis 24. Oktober 2016 insgesamt 15 nominierte Filme in den Kategorien Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilm begleitet von ausführlichen Gesprächen mit den anwesenden nominierten Editoren und Editorinnen. Neben etablierten Programmsektionen wie u.a. dem diesjährigen Themenschwerpunkt „Kinderfilm und Montage“ und der Ursula Höf gewidmeten Hommage fand zum fünften Mal der „Gastland“ -Abend statt, in diesem Jahr mit dem französischen Schnittmeister Guy Lecorne als Gast, erweitert um den „European Cut-Walk“, in dem Editoren aus fünf europäischen Ländern Schlaglichter auf die jeweiligen Montagebesonderheiten warfen.   Gemeinsam mit den Gästen, den Filmplus-Förderern, den Nominierten und den Jurys freuten sich die künstlerischen Leiter Kyra Scheurer und Oliver Baumgarten über ein durchweg gelungenes Get Together der Branche und des Kölner Kinopublikums bei einem facettenreichen Programm: „In diesem Jahr hat Filmplus besonders gezeigt, wie wichtig es für das Gewerk der Montage ist, als wesentlicher Bestandteil der Filmkunst innerhalb der Branche international vernetzt zu sein. Besonders der Gastlandabend „Frankreich“ im ausverkauftem Festivalkino mit den Gästen Guy Lecorne und Mathilde Muyard sowie unser European Cut-Walk sorgten für eindrucksvolle Festival-Momente. Aber auch der Themenschwerpunkt zur Montage im Kinderfilm hat bei Fachpublikum und Zuschauern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und konkrete Fallbeispiele mit Medienwirkungstheorie und Gremienpraxis erkenntnisreich verknüpfen können.“   Gleichzeitig ist die 16. Ausgabe von Filmplus eine ganz besondere in der Geschichte des Festivals: Mit „sweet sixteen“ den Kinderschuhen entwachsen, geht Filmplus in eine neue Lebensphase über. Nach sechzehn ebenso süßen wie intensiven Jahren ziehen sich die beiden Festivalgründer und Geschäftsführer Nikolaj Nikitin und Oliver Baumgarten aus dem Festival Filmplus zurück.   Beide danken allen Kollegen, Partnern und Förderern sowie den Gästen, die sie in den letzten 16 Jahren begleitet haben. „Unser Ziel, mehr Aufmerksamkeit auf die unsichtbare Arbeit der Editoren zu lenken, ist voll aufgegangen“, freuen sich die beiden GFs, „Jetzt ist es Zeit für uns für neue Aufgaben. Wir sind etwas wehmütig, aber auch sehr glücklich, die Geschicke von Filmplus in erfahrene Hände zu übergeben – im vollen Vertrauen auf seine weiterhin erfolgreiche Weiterentwicklung.“ Die Filmplus gUG von Nikitin und Baumgarten behält ihren Firmensitz in Köln und bleibt Trägerin des 2013 ins Leben gerufenen Workshops SOFA – School of Film Agents in Wroclaw, Polen.   Das Filmplus-Festival wird ab 2017 von den bisherigen künstlerischen bzw. organisatorischen Leiterinnen Kyra Scheurer und Jenny Krüger sowie Filmeditor Dietmar Kraus geführt.   Filmplus 2017 findet statt vom 27. bis 30. Oktober 2017. Informationen und Bildmaterial zu allen Preisträgern sowie die ausführlichen Jurybegründungen erhalten Sie unter: www.filmplus.de.   Pressekontakt oliver bernau pr - Oliver Bernau Tel.: +49 176 2020 2909 – E-Mail: oli.bernau@gmail.com Geschäftsführung Nikolaj Nikitin Organisatorische Leitung Jenny Krüger Künstlerische Leitung Oliver Baumgarten und Kyra Scheurer Hommage und Gastlandabend Werner Busch Themenschwerpunkt Kyra Scheurer   Filmplus wird veranstaltet   in Zusammenarbeit mit der Film- und Medienstiftung NRW und der Stadt Köln und mit Unterstützung der Stiftung Kulturwerk der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, mit Förderung vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein- Westfalen und der MedienStiftung Kultur, in Kooperation mit dem Österreichischen Verband Filmschnitt / austrian editors association (aea), der Berufsvereinigung Filmton e.V. (BVFT), dem Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. (BFS), Les Monteurs associés und doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche, supported by Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion KG, ARRI Media GmbH, AVID, Deutsche Filmakademie e.V., RTL, ifs internationale filmschule Köln, fayteq AG, Auto Strunk, ACT Videoproduktion, GO!, Listo Media Services, Film and Music Austria (FAMA), Neue Mazerate, Helios-Braustelle, Kölner Weinkeller, Eva Weissenberg, Forvert, Deutscher Kamerapreis Köln e.V. und mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse KölnBonn Medienpartner sind Blickpunkt:Film, Film + TV Kameramann, Choices, Kulturservice Köln    Filmplus - Festival für Filmschnitt und Montagekunst   www.filmplus.de FACEBOOK INSTAGRAM

Drohende Querfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks über die Sozialkassen, Senkung der Haushaltsabgabe ist „Mogelpackung“, offener Brief an die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder von fairTV e.V, BVK und den…

Di, 2016-10-25 18:14
Auf der MPK 26.-28.10.2016 wollen die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder die Haushaltsabgabe senken. Gleichzeitig zeigt eine kurz vor der Veröffentlichung stehende, repräsentative Umfrage im Auftrag der Vereinigung der Berufsverbände Film und Fernsehen, „Die Filmschaffenden“ e.V., dass mehr als 55% der Film- und Fernsehschaffenden über keine ausreichende Altersvorsorge verfügen, weil sie es sich zumeist von den knappen Honoraren nicht leisten könne. Sehr viel Verantwortung trägt dafür der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der trotz steigender Haushaltsabgabe nicht sicher stellt, dass auch für Sozialabsicherung und Altersvorsorge genügendes Honorar bei den vielen Freien und Soloselbstständigen ankommt, welche das Programm zu großen Teilen herstellen. Vor diesem Hintergrund droht eine Querfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf dem Umweg über die Sozialkassen: Wer zu Erwerbszeiten keine ausreichende Altersvorsorge anspart, weil er das systemimmanent gar nicht kann, der bekommt im Alter Grundsicherung aus Steuermitteln. Die Bürger würden dadurch doppelt zur Kasse gebeten. Offener Brief PDF

Werkstattgespräch ungeSCHNITTen TONI ERDMANN

Mo, 2016-10-24 12:45
Am 13.10.2016 fand wieder ein Gespräch in der Reihe ungeSCHNITTen statt.
Im voll besetzten Kino der dffb sprach Heike Parplies, die Editoren des Filmes TONI ERDMANN, mit Julia Oehring über die Nuancen die während der rund 18 monatigen Schnittphase an TONI ERDMANN herausgearbeitet wurden.
Es schloss sich eine rege Diskussion über die vielseitigen Deutungsmöglichkeiten einzelner Szenen an, die an diesem Abend als Beispiel gezeigt wurden. Wir danken allen Teilnehmern und natürlich unserer Kollegin Heike Parplies sehr für diesen anregenden und informativen Abend.

Courant 3D Award für Dokumentation „Hanoi im Fluss des Lebens“

Di, 2016-10-18 16:32
Die BFS-Editorin Caro Bauermeister hat die 3D-Doku "Hanoi im Fluss des Lebens" geschnitten, der in Frankreich beim Courant 3D gewonnen hat. Drei Jahre harte Arbeit haben sich ausgezahlt. Caro Bauermeister nach der Preisverleihung: „Ich freue mich für den Film und dass er international, vor allem im Genre Dokumentation, seinen Weg gefunden hat. Es war für das ganze Team das erste 3D Projekt!“ Auf der Suche nach dem thematischen Kontext "Leben und Sterben" taucht der 3D Dokumentarfilm "Hanoi im Fluss des Lebens" in die Welt der asiatischen Metropole ein. In drei Episoden werden ganz besondere Menschen in ihrem Alltag beobachtet. Eine Christin, die durch ihren Glauben motiviert, täglich ungeborenen toten Kindern einen gebührenden Ort der Ruhe schafft. Ein Aktivist aus Frankreich, der in einem buddhistischen Waisenhaus den dort lebenden Kindern seine volle Aufmerksamkeit schenkt. Eine strenge Marktaufseherin, die von ihren Erfahrungen als ehrenamtliche Bestatterin AIDS kranker Toter berichtet. 30 Minuten mitten im Leben – abseits des Mainstreams! Caro Bauermeister zu ihrem Film: „Zu Beginn dieses 3D-Projektes dachte ich mir, dass eine aufwändige und neue Art von Montagearbeit auf mich zukommen würde und ich war sehr gespannt darauf, mehr über die Entstehung eines 3D-Filmes zu erfahren. Abgesehen von den technischen Herausforderungen war ich sehr überrascht, womit ich in der Montage konfrontiert wurde. Es entstand für mich ein neuer Raum des Montagedenkens. Die Räumlichkeit im Bild forderte mehr Aufmerksamkeit als gedacht. Mir wurde bewusst: 2D-Schnitt ist nicht gleich 3D-Schnitt. Andere Bilder, anderer Rhythmus.“ Und der Award dokumentiert, dass Caro Baumeister diese Herausforderung hervorragend gemeistert hat und mir ihrem Film neue Standards setzt!

BVFK und BFS organisieren gemeinsam Synergietage der TV- und Filmschaffenden!

Mo, 2016-10-17 13:30
Am 19. und 20. November 2016 finden auf Einladung von BVFK und BFS die ersten Synergietage statt, während der die Berufsverbände der TV- und Filmschaffenden über die Möglichkeiten einer engeren und effektiveren Zusammenarbeit nachdenken und sich gemeinsame Ziele setzen wollen. Ausgehend von dem Tagesgeschäft in den Verbänden wurden vier Themenkreise identifiziert, die alle Filmschaffenden schon seit Jahren beschäftigen und für die die Verbände ihr  Know-How und ihre Netzwerke bündeln wollen. Hierum geht es: Samstags, 19. November von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr
  1. Strategien zur Stärkung der Rolle des Filmschaffenden als Arbeit- bzw. Auftragnehmer
    1. Anwartschaften Arbeitslosengeld I
    2. Statusfeststellungsverfahren
    3. Tarifvertrag TV FFS und gemeinsame Vergütungsregeln
Samstag, 19. November von 14:00 Uhr bis 18 Uhr
  1. Welche Gagen sollten wir verlangen und welche Erhöhung ist bei Rechnungstellung erforderlich?
    1. Gagenumfragen und Gagenspiegel
    2. Gagenrechner
    3. Gagenempfehlungen: Standardgagen, Mindestgagen oder Zielgagen?
  1. Wie sorgen wir für das Alter vor?
    1. Möglichkeiten der Altersvorsorge: DRV, KSK Pensionskasse - Zukunftsmodelle?
    2. Wie funktioniert die Pensionskasse Rundfunk?
    3. Wie werde ich Mitglied bei der KSK?
    4. Wie und in welche Höhe sorge ich privat vor? Erfahrungsaustausch
Sonntags, 20. November von 10:00 bis 13:00 Uhr
  1. Welche Aktionen/Veranstaltungen können wir gemeinsam organisieren?
    1. Fort- und Weiterbildungen: Gemeinsame Akademie, Kooperationen?
    2. Vorstöße in die Politik, Rundfunkräte und KEF-Mitglieder? Ein Abstimmen der möglichen Aktionen und wechselseitige Unterstützung
    3. Wo können wir wie gemeinsam vorgehen, um unsere Interessen bei öffentlichen Institutionen wie Deutsche Rentenversicherung, Finanzamt, Bundesagentur für Arbeit durchzusetzen?
  1. Viele Berufsverbände aktualisieren derzeit die Berufsbilder – wie können wir diese zukünftig effektiver einsetzen und auch gegenüber den wichtigen Einrichtungen der Film- und TV-Branche gemeinsam durchsetzen? Welche zusätzlichen Ansprüche und Rechte ergeben sich aus den immer komplexer werden Arbeitsfeldern?
Sonntags, 20. November von 14:00 bis 15:00 Uhr
  1. Was ist bei der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz zu beachten? Wie können wir die Bedürfnisse unsere Mitglieder gegenüber Arbeit- und Auftraggebern besser durchsetzen?
Interessierte können sich bis zum 28. Oktober 2016 unter den folgenden Emailadressen anmelden: office@bvfk.tv  oder spahr@bfs-filmeditor.de Veranstaltungsort ist: die .garage berlin Holsteinische Str. 39-40 12161 Berlin Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme Silke Spahr (BFS) und Frank Trautmann (BVFK)

Themenabend Hamburg

Mo, 2016-10-17 12:52
Am 11.10. 2016 fand in Hamburg ein Themenabend des BFS statt, zu dem Ulf Albert und Florentine Bruck eingeladen hatten.
Anwesend waren 17 Kollegen, die sich zum Thema „Was tun, wenn’s brennt?“ austauschten.
Das beinhaltete zum einen, die „Chemie“ im Schneideraum, das Positionieren zwischen Regie, Produktion, Redaktion und/oder Verleih, zum anderen, das eventuell daraus resultierende ausgetauscht werden bei einem Projekt. Sehr offen ließen uns die anwesenden Editoren auch an ihren unguten Erfahrungen dahingehend teilhaben.
Interessant dabei war auch, wie viele unterschiedliche Situationen es gab. Auch wir fanden an diesem anregenden Abend kein Allheilmittel dagegen, haben aber versucht, Lösungen zu finden:
  1. Offenheit mit allen Beteiligten bei Problemen im Schneideraum, am besten zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Je länger Differenzen schwelen, umso verhärteter werden sie im Lauf der Zeit.
  2. Kritik annehmen, wenn sie denn konstruktiv ist.
  3. Kommunikationswege offenhalten.
Außerdem wurde noch einmal darauf hingewiesen, daß ein Editor, dem angetragen wird, ein Projekt zu übernehmen, den Editor, der den Film begonnen, und daran eventuell schon monatelang gearbeitet hat, unbedingt vorher zu kontaktieren.
Dies gebietet, nicht nur den Mitgliedern des BFS, die Kollegialität und Solidarität, die wir im Umgang miteinander haben sollten. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten des Abends!

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