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Berufsvereinigung Filmton e. V.

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Sound is 50% of the motion picture experience.
Aktualisiert: vor 2 Stunden 17 Minuten

Keine „3. Digitale Dividende“ – für mindestens 10 Jahre

Mo, 2015-11-30 12:30

Gute Nachrichten von der Weltfunkkonferenz 2015 (WRC-15), welche am Freitag in Genf mit der feierlichen Unterzeichnung der Abschlussdokumente zu Ende ging.

Im Anschluss an die Tagung informierte Matthias Fehr, Präsident der Association of Professional Wireless Production Technologies e.V. (APWPT), die Mitglieder, zu denen auch die bvft gehört, über die Ergebnisse: „Im Vorfeld bestand die große Sorge, dass durch die ITU-R weitere Frequenzbereiche im UHF-TV-Bereich von 470-694 MHz an den Mobilfunk vergeben werden. Das hat nicht stattgefunden – im Gegenteil! Als „Kompromiss“ mit den Staaten, die eine weitere „Digitale Dividende“ forderten wurden Studien zur Nutzung des gesamten UHF-TV-Bereichs vereinbart. Ergebnisse dieser Studien sollen erst zur Weltfunkkonferenz im Jahr 2023 beraten werden. Eine Umsetzung ist aus heutiger Sicht nicht vor der WRC im Jahr 2027 möglich – also mindestens für 10 Jahre Planungssicherheit für den Rundfunk und die Programm- und Veranstaltungsproduktion.“

Die bvft freut sich über diese positive Entwicklung und dankt der APWPT für ihr Engagement!

 

bvft-Mitglied gewinnt Auszeichnung der Deutschen Akademie für Fernsehen

So, 2015-11-29 22:57

Bereits zum dritten mal hat die Deutsche Akademie für Fernsehen in diesem Jahr ihre Auszeichnungen vergeben. Prämiert wurden diesmal herausragende Leistungen der Fernsehproduktion in 21 verschiedenen Kategorien. Die feierliche Verleihung fand am Samstag den 28.11.2015 im Filmforum NRW in Köln statt.

Nachdem im Vorjahr mangels Einreichungen kein Preis für das Gewerk „Ton“ vergeben wurde, gab es diesmal wieder einen Gewinner in der Kategorie „Beste Tongestaltung“. Die bvft gratuliert herzlichst Thomas Warneke, Andreas Hintzsch und Clemens Grulich, die für ihre Arbeit am Film „Die Schneekönigin“ ausgezeichnet wurden. Ganz besonders freuen wir uns, dass dieses Jahr mit Andreas Hintzsch zum ersten mal ein bvft-Mitglied unter den Gewinnern ist, sowie dass bvft-Tonassisten Ron Klober die Angel bei diesem Film geführt hat. Herzlichen Glückwunsch!

Die Liste aller Preisträger der verschiedenen Kategorien kann hier eingesehen werden.

 

Filmplus schenkt dem Filmton Gehör

Do, 2015-11-05 14:07

Einen Grund zum Feiern braucht man im Rheinland ja bekanntlich nicht unbedingt. Einen ganz besonderen Grund dafür gab es jedoch gerade beim Festival „Filmplus“ in Köln. Neben der Vergabe von drei Schnittpreisen und einem Ehrenpreis konnten die Macher des „Festival für Filmschnitt und Montagekunst“ dieses Jahr das fünfzehnjährige Bestehen ihres Filmfests feiern. 

Für die an Tongestaltung interessierten Besucher hatte das Festival eine Vielzahl sehenswerter Filme zu bieten. So rief schon der Eröffnungsfilm „Die Katze“ von Dominik Graf eindrucksvoll in Erinnerung, dass hervorragende Tongestaltung bereits 1988 mit Magnetband am Schneidetisch möglich war. Das anschließende Filmgespräch mit der Editorin des Films und diesjährigen Ehrenpreisträgern Christel Suckow, drehte sich somit in großen Teilen um die Tongestaltung des vom legendären Milan Bor gemischten Films.
Ein weiterer Höhepunkt in Hinblick auf das Sounddesign war sicher „Who am I – kein System ist sicher“. Der diesjährige Gewinnerfilm des Deutschen Filmpreises in der Kategorie „Beste Tongestaltung“ lief im Spielfilmwettbewerb des Schnittfestivals. Über die Tonproduktion des Films haben die bvft-Mitglieder Ansgar Frerich und Florian Beck bereits ausführlich in einem Videoblog  und verschiedenen Vorträgen berichtet. Aus tongestalterischer Sicht nicht unerwähnt bleiben darf auch der Dokumentarfilm „Song from the Forest“. Dessen Protagonist, Louis Sarno, hat im Laufe von 25 Jahren über 1000 Stunden Musik und Gesänge des Pygmäenstamms der Bayaka im zentralafrikanischen Dschungel aufgenommen. Die Tonspur des Films ist somit ein ausgezeichnetes Beispiel für die Verwendung von dokumentarischer Filmmusik.

Die bvft war in diesem Jahr zum dritten Mal Partner des Festivals und somit wieder mit einer Filmvorführung und einem Panel vertreten. Nach den erfolgreichen Veranstaltungen mit den Filmen „Rush“ und „Das finstere Tal“ in den Vorjahren, war es diesmal der dänische Politthriller „The Idealist“ von Christina Rosendahl, anhand dessen den Besuchern die Gestaltungsmöglichkeiten der Tonspur und ihre Auswirkungen auf die Filmdramaturgie demonstriert wurden. Am letzten Tag des Festivals fanden sich ca. 50 Interessierte im Kölner OFF Broadway Kino ein, um an der Vorführung und dem anschließenden Panel teilzunehmen. Als Gäste waren der dänische Sounddesigner Peter Albrechten und Mischtonmeister Lars Ginzel nach Köln gekommen. Die Moderation der Veranstaltung wurde von bvft-Vorstandsmitglied Andreas Hildebrandt übernommen.

Der auf wahren Begebenheiten basierende Film „The Idealist“ beginnt im Jahr 1988 und folgt der Recherche des dänischen Radiojournalisten Poul Brink. Dieser kommt einer groß angelegten Vertuschung im Zusammenhang mit einem zwanzig Jahre zuvor über dem dänischen Grönland abgestürzten B52-Bomber auf die Spur. Die Dramaturgie des Films bedient sich einerseits einer Vielzahl historischer Film- und Tonaufnahmen, andererseits übernehmen die von der Hauptfigur produzierten Radiosendungen und Interviews eine zentrale narrative Rolle. Sie vermitteln immer wieder Brinks Fortschritt bei seinen Recherchen. Somit fiel dem Sound Design nicht nur die Aufgabe zu, das akustische Szenenbild der späten achtziger Jahre originalgetreu zu erschaffen, sondern vor allem auch, die Radiodialogelemente dramaturgisch unterstützend zu gestalten und eine eigene Klanglandschaft für die historischen Dokumentaraufnahmen zu entwerfen. „Ich hatte die Idee, den Sound als Mittel zu verwenden, um in den Kopf der Hauptfigur zu gelangen“, so Albrechtsen.

Peter Albrechtsens Zusammenarbeit mit Christina Rosendahl reicht 20 Jahre bis zu deren Studienzeit zurück. Aufgrund dieser engen Vertrautheit und erfolgreichen Zusammenarbeit bei früheren Filmen, war der Sounddesigner schon während der Drehbuchphase in das Projekt involviert. Dies gab Albrechten die Möglichkeit, Geräusche historischer Ausstattungsgegenstände wie Schreibmaschinen, Telefone und Autos, in Absprache mit der Ausstattungsabteilung frühzeitig und ohne großen Zeitdruck aufzunehmen. „Das Drehbuch war fast so etwas wie ein Menü, man nimmt die verschiedenen Elemente auf, um sie dann später zusammenzubringen. Als der Bildschnitt begann, gab es eine Sammlung von Geräuschen die der Filmeditor verwenden konnte“. Diese Aufnahmen verliehen dem Film später einen großen Teil seiner Authentizität, einer „historischen Realität “ wie Albrechten es nennt. Auch der gesamte Prozess des Filmschnitts erfuhr durch die frühe Einbeziehung des Sounddesigners eine Veränderung. „Ich bekam eine Sequenz, fügte Tonelemente hinzu und mischte sie in Stems, die ich an den Editor zurückgab. Damit konnte er weiter schneiden. Es entstand eine Interaktion“. Dieses Wechselwirkung zwischen Bildschnitt und Tongestaltung erstreckte sich auch auf die Filmmusik. Filmkomponist Jonas Struck war ebenfalls frühzeitig Teil des Teams, womit auf die Verwendung von Temp-Musik komplett verzichtet werden konnte. „Als der Bildschnitt begann, gab es bereits ungefähr zwanzig Stücke, die verwendet werden konnten. Die Stimmung der Originalmusik war von Anfang an gegenwärtig“.

Wiederholt betonten Albrechten und Ginzel, der etwa ein Jahr vor der Filmmischung Teil des Tonteams wurde, dass die hohe Qualität der Tongestaltung nur durch den langen Zeitraum und ihre frühe Einbeziehung in das Projekt möglich war. Der außergewöhnlich große Zeitrahmen konnte auch dazu genutzt werden, viele historische Töne zu recherchieren und spezielle Aufnahmen anfertigen zu lassen. So konnte Albrechtsen Tonaufnahmen von B52 Flugzeugen, Originaldurchsagen , die nach dem Absturz gesendet wurden, und Teile von historischen Blackbox-Aufnahmen finden und diese in das Sounddesign integrieren. Für die im Original größtenteils nur stumm vorhandenen dokumentarischen Filmaufnahmen verwendete er Kontaktmikrofonaufnahmen, die ihm der dänische Klangkünstler Jacob Kirkegaard zur Verfügung stellte. „Diese Aufnahmen waren das Schlüsselelement um die stummen Archivbilder in den Fluss des Filmes zu integrieren.“

Während des Panels wurden zu verschiedenen Szenen des Films die einzelnen Tonebenen getrennt vorgespielt und so der Aufbau des Sounddesigns verdeutlicht: Bei „The Idealist“ entwickelte sich die Tonspur des Films quasi parallel zum Filmschnitt. „Von Anfang an hatten wir die verschiedenen Teile als Stems vorliegen, so konnten wir sagen, wir nehmen dieses Element hier und verwenden jenes an einer anderen Stelle.“

Ginzel fasst die Arbeit am Film so zusammen: „Wirklich gutes Sounddesign fängt lange vor dem Dreh an, es beginnt mit dem Drehbuch und einem Regisseur, der den Möglichkeiten des Sounddesigns offen gegenüber steht“.

Die bvft beim Filmplus Festival 2015

Mi, 2015-10-14 18:31

Die bvft freut sich auch dieses Jahr beim Filmplus Festival in Köln mit einem Werkstattgespräch vertreten zu sein. Dieses mal geht es um das historisch akkurate Sounddesign des dänischen Politthrillers „The Idealist“.

„The Idealist“ (Dänemark 2015, Regie: Christina Rosendahl, 114 Min., OV mit engl. UT) folgt der Recherche eines dänischen Radiojournalisten. Dieser will im Jahr 1988 Ungereimtheiten im Zusammenhang mit einem zwanzig Jahre zuvor abgestürzten B52 Bomber aufdecken. Die Tongestaltung des Films lässt den Zuschauer unmittelbar in die Suche des Protagonisten eintauchen. Sounddesign und Filmmusik arbeiten sehr eng zusammen und setzten so, gemeinsam mit der Filmmontage, ein Puzzle aus verschiedenen Zeitebenen zusammen Die historisch akkurate Tongestaltung versetzt den Zuschauer plastisch in die Zeit der analogen Tonaufzeichnung – quasi unter den Kopfhörer des Radiojournalisten.

Am Montag den 26.10.2015 werden Sounddesigner Peter Albrechtsen (The Queen of Versailles, Antichrist, The Girl with the Dragon Tattoo) und Mischtonmeister Lars Ginzel (Cloud Atlas, Enter the Void, Waltz with Bashir) zu Gast im OFF Brodway Kino in Köln sein. Nach der Vorführung des Films um 13 Uhr, findet um 15:15 Uhr ein ausführliches Werkstattgespräch statt. Dabei werden einzelne Elemente der Tongestaltung präsentiert und es können Fragen gestellt werden. Moderiert wird das Gespräch von bvft-Vorstand Andreas Hildebrandt. Es wird in englischer Sprache geführt werden.

Der Eintritt zu dieser Filmplus-Veranstaltung ist für bvft-Mitglieder kostenlos. Freikarten können unter akkreditierung@filmplus.de bestellt werden. Außerdem besteht für bvft-Mitglieder die Möglichkeit einer vergünstigten Akkreditierung zum Festival. Diese kostet dann nur 20€.

Weitere interessante Informationen zur Arbeit von Peter Albrechtsen und Lars Ginzel an diesem Film finden sich hier.

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